Das starke Supercharger-Ladenetz konnten bisher nur Tesla-Fahrer nutzen. In den Niederlanden startet jetzt ein Feldversuch zur Öffnung für andere Marken.

Tesla-Supercharger in Verona – manchmal schon jetzt gut besucht. Foto: Herbert Starmühler
Tesla-Supercharger in Verona – manchmal schon jetzt gut besucht. Foto: Herbert Starmühler

Eines der größten Assets des US-Amerikanischen Autobauers ist das Supercharger-Ladenetz. Alle 60 bis 120 Kilometer entlang der Autobahnen in Amerika, Europa, Asien oder Russland gibt es die schnellen Lader – bisher exklusiv für Tesla Model S, Model X oder Model 3. Nun hat Elon Musk, der Mastermind und derzeit reichste Mensch der Welt, angekündigt, dass man einen Feldversuch startet: In Holland werden die ersten Supercharger für Otto-Normalfahrer freigeschaltet. 

Teslafahrer werden beruhigt
Das digitale Magazin Teslamag schreibt: „Die am Montag freigeschaltete Support-Seite zum Supercharger-Laden für alle scheint ebenso sehr an die eigenen Kunden gerichtet wie an Fahrer fremder Marken. Tesla-Besitzern wird zum Beispiel versichert, dass die Stationen für sie nutzbar bleiben. Auch der Preis ändere sich für sie nicht, während er für Fremd-Elektroautos wegen des höheren Aufwands höher sei.“

Hoher Preis für Gastlader
Und der scheine sogar sehr hoch zu sein, „wenn man sich nicht für ein Abo-Modell entscheidet, das Tesla zusammen mit der testweisen Supercharger-Öffnung vorstellte. Auf den Info-Seiten dazu heißt es nur, er variiere abhängig vom Standort, doch am Montagnachmittag wurden auf Twitter zwei konkrete Werte gemeldet: ohne Abo einmal 57 Cent und einmal 59 Cent pro Kilowattstunde. Das ist im Vergleich zum aktuellen deutschen Supercharger-Preis von 40 Cent pro Kilowattstunde viel und relativ zum niederländischen erst recht: Tesla-Fahrer in den Niederlanden zahlen laut Twitter-Meldungen normalerweise nur 24 Cent pro Kilowattstunde.“ (Teslamag)

Günstiger nur mit Monatsabo-Modell
Rund 60 Cent ist zwar ein stolzer Preis und dürfte nur „Notlader“ überzeugen, aber der Konkurrent an der Autobahn, Ionity, verlangt sogar 80 Cent für die Kilowattstunde. Nur für Viellader zahlt sich ein Ionity-Abomodell aus – das nun auch Tesla anbietet. Wer monatlich 12,99 bezahlt, braucht für die  Kilowattstunde nur mehr 24 Cent einzuwerfen.

Das ganze Projekt ist derzeit noch auf die zehn Stationen in den Niederlanden beschränkt. Doch weitere Länder dürften bald dazukommen. Wobei der Aufwand auch nicht unbeträchtlich ist, denn die Stationen müssen für das Abrechnungs- und Bezahlsystem anderer Marken erst noch aufgerüstet werden.

Teslamag-Bericht

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KOMMENTAR 

Das Ladenetz von Oklahoma bis Peking und von Abu Dhabi bis Stockholm ist faszinierend. Tesla-Chef Elon Musk begann es aufzubauen, als die meisten von uns noch ans Benzinauto glaubten. Jetzt sind die Supercharger Milliarden wert. Ob das Öffnen für alle eine gute Idee ist, wird sich unter anderem am Aktienkurs zeigen. Für die Umwelt ist es jedenfalls kein Schaden, wenn mehr Ladesäulen für E-Autos nutzbar sind.“ Herbert Starmühler

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