Im Vorjahr bauten die Österreicher:innen 101.600 neue Heizsysteme in Wohnungen und Häuser ein. Am ehesten Pellets-Öfen, Wärmepumpen und Gasheizungen, nur Ölkessel verlieren Marktanteile.

Hocheffiziente Heizsysteme sorgen für Behaglichkeit und Wohlbefinden. / Foto: pixabay

Wenn man viel Zeit zu Hause verbringt, gewinnen Behaglichkeit und Komfort in den eigenen vier Wänden an Bedeutung. Der Klimawandel und die Sicherheit der Energieversorgung beschäftigen die Bürger Europas. Plötzlich ist es eben nicht mehr egal, welche Heizung im Haus bzw. der Wohnung steht. Laut jüngsten Studien sind Frau und Herrn Österreicher niedrige Betriebskosten und damit geringer Energieverbrauch bei ihrer Heizung am Wichtigsten; dicht gefolgt von der Sicherheit und Zuverlässigkeit der Heizung und der Energieversorgung.

Pellet klarer Favorit bei Umstellung von Öl auf Holz

Laut der Vereinigung österreichischer Kessellieferanten (VÖK) spiegelt sich genau das in den Verkaufszahlen des Jahres 2021 wieder: Hier konnten moderne Holzheizungen der österreichischen Weltmarktführer ein Plus von 38% gegenüber dem Vorjahr verzeichnen und 18.000 Stück absetzen. Dabei ist die Pelletheizung der klare Favorit, wenn von Öl auf Holz umgestellt wird. Aber auch Hackgutanlagen haben in größeren Gebäuden und im ländlichen Raum eine stetig wachsende Fangemeinde und Stückholz geht immer. Danke intensiver Forschungsarbeit sind neue Anlagen fast emissionsfrei und der Energieverbrauch ein Bruchteil alter Holzkessel. Die attraktiven Förderungen haben hier ganz sicher so manchen noch zusätzlich überzeugt.

Wärmepumpen mit einem Plus von 23 %

Die Begeisterung für effiziente Wärmepumpen ist ungebrochen, so Elisabeth Berger, Geschäftsführerin der VÖK: Mit einem Plus von 23 % konnten nunmehr bereits 32.000 Anlagen im Neubau und gut isolierten Bestand verbaut werden. Hier dominiert klar die Luftwärmepumpe, genau genommen Luft/Wasser Split Geräte im Leistungsbereich 5 – 20 kW. Die Geräte zeichnen sich durch geringen Energieverbrauch aus und nutzen die Umgebungswärme zum Heizen.

7 % mehr Gasheizungen

Der Trend zu hocheffizienten Gasheizungen hält ebenfalls unvermindert an – solange diese Heizungen jedenfalls noch erlaubt sind (im Hintergrund kommt es hier zu einem Tauziehen mit der Politik): Es wurden 49.000 Gasgeräte (+ 7% ) eingebaut bzw. getauscht, überwiegend Gasbrennwertgeräte, die rund ein Drittel weniger Gas verbrauchen als alte Geräte und durch den raumluftunabhängigen Betrieb auch deutlich sicherer sind. Alle modernen Gasbrennwertgeräte sind „green gas ready“ und können damit auch mit Grünem Gas ökologisch betrieben werden. Wobei als Grünes Gas nur jenes gilt, das aus erneuerbaren, nachwachsenden Grundstoffen hergestellt wurde.

Ölheizungen: minus 13 %

Brennwertgeräte für das Eigenheim haben einen Wirkungsgrad von zumindest 86 % - im Vergleich dazu erreichen selbst die moderne Gaskraftwerke knapp über 50 %. Ölbrennwertgeräte sind seit Auslaufen der Förderung rückläufig: Ein Minus von -13% bedeuten einen Absatz von 2.600 Anlagen. Auch diese Analgen haben einen Wirkungsgrad von zumindest 86 % über das ganze Jahr und können auch mit Bioöl bzw. synthetischem Heizöl betrieben werden, wie der Verband betont.

Österreich hinkt bei Hybridanlagen hinterher

Den Gebäudebereich sieht die VÖK auf einem guten Weg Richtung Zukunft. In den kommenden Jahren ist jedoch das enorme Potential im Bereich Gewerbe und Industrie zu heben. Österreich muss hier statt mit Zertifikaten zu handeln zu echten echten Energieeinsparungen kommen und ausreichend erneuerbare Energie zur Verfügung stellen. „In der EU gewinnen Innovationen wie Hybridanlagen – das sind Wärmepumpen mit einem gasbetrieben Back up heater – und Brennstoffzellen zunehmend an Bedeutung. In Österreich spielen diese Anlagen leider noch kaum eine Rolle, da in unserm Fördersystem nur monoenergetische Systeme vorgesehen sind. Dabei wären diese Systeme ein wichtiger Beitrag zur Entlastung der Stromnetze im Winter“, so die VÖK-Aussendung.

CO2-Bepreisung wird für Dynamik sorgen

Die EU wird heuer verstärkt den Fokus auf den Gebäudebereich legen: Ein inoffizieller Entwurf der Gebäuderichtlinie sieht sehr ambitionierte Vorgaben für Gebäude und Heizung vor. Diese werden allerdings nur durch ein mindestens ebenso ambitioniertes Anreizsystem und mit einem technologieoffenen Zugang erreicht werden können und der fehlt leider noch. Die Einführung der CO2-Bepreisung und die steigenden Energiepreise werden laut VÖK weiterhin für eine hohe Dynamik bei der Heizugsmodernisierung sorgen und eine steigende Nachfrage nach hocheffizienten Heizsystemen – denn nur wer wenig Energie verbraucht schützt die Umwelt und spart Kosten.

(jst)