In Paris wurde die Fassade eines Gebäudekomplexes mit dreidimensionalen Elementen versehen und dadurch „lebendig“ gemacht.
Die Fassade lässt keine Monotonie aufkommen. Foto: Luc Boegly / ASA, Crea Diffusion, Alain Longeau
Die Ästhetik einer neuen Fassade in einem historischen Straßenzug mit den „schnöden“ Aspekten der Dämmung und Energieeffizienz zu kombinieren, ist keine leichte Aufgabe, wie auch dieses Beispiel aus Paris zeigt. Dort gab nach dem Auszug des Einzelmieters die deutsche Vermögensgesellschaft MEAG den Anstoß zu einer vollständigen Sanierung ihrer Immobilie. Der Komplex im Viertel um den Bahnhof Saint-Lazare besteht aus drei Gebäuden mit einer Gesamtfläche von 4.758 m² und beinhaltet eine Residenz aus den 30er-Jahren entlang der Straße, ein Herrenhaus aus dem Jahr 1940 und ehemalige Stallungen mit Terrasse aus dem 19. Jahrhundert, wodurch auch zwei Innenhöfe gebildet werden.

Das Büro Axel Schoenert architects (ASA) in Paris wurde mit der Neugestaltung betraut, welche 2018 abgeschlossen werden konnte. Das neue Ensemble, das Bezug auf das städtische Umfeld und seine Geschichte nimmt, wurde in „Shift“ umbenannt und vom Betreiber „Spaces“ als neuer Standort in Paris für seine Coworking Spaces ausgewählt.

Fassade als Klammer
Für diesen Kunden, der ein innovatives und funktionales Objekt haben wollte, ging es primär darum, die Fragmente zu verbinden und auch gestalterisch zu harmonisieren. Dies führte letztlich zum Bau eines neuen Gebäudes, zur Renovierung und zum Umbau zweier historischer Gebäude. Hervorzuheben ist dabei die Sequenz von „bebaut“ und „unbebaut“, die das Anwesen von Süden nach Norden charakterisiert: die Fassade und ein erstes Gebäude mit 6 Ebenen, einen Innenhof, ein zweites Gebäude bzw. das alte Herrenhaus mit einem grünen Hof und schließlich der alte Stall. Zudem wurde eine neue Treppegeschaffen, um die beiden Gebäude zu verbinden und die Frequenzen der Nutzung im Inneren zu optimieren.

Entsprechend der architektonischen Tradition dieser Gegend, sollte die Fassade des Gebäudes mehr zum Ausdruck bringen als jene Gleichförmigkeit, die straßenseitige Ansichten heute immer häufiger bieten. Das Architekturbüro wollte die Fassade des Gebäudes deshalb mit einem dreidimensionalen und plastischen Aspekt aufwerten und lebendig machen. Sie stellten sich eine Beschichtung mit geometrischen Formen vor, die von Origami, der japanischen Faltpapierkunst, inspiriert wurde. 

Corian® ähnelt zwar Marmor, weist jedoch eine geringere Wärmeleitfähigkeit auf. Foto: Luc Boegly / ASA, Crea Diffusion, Alain Longeau


Innovative Dimension
Die Außenverkleidung wurde mit DuPont™ Corian® Exteriors auf der Basis von Corian® Solid Surface in Glacier White durch das Zusammenfügen von maßgefertigten Paneelen gestaltet. Es ist die erste Fassade dieses Typs, die in Frankreich hergestellt wurde. Die Entscheidung dafür erklärt Architekt Axel Schoenert: „Wegen der ästhetischen Qualitäten dieses Materials sowie wegen seiner innovativen Dimension war es die perfekte Wahl. Die Zusammensetzung – eine Mischung aus Acryl und Mineralien – ermöglicht eine große Formfreiheit und überraschende dekorative Effekte. Seine Stärke garantiert Zuverlässigkeit und Langlebigkeit, egal ob im Innen- oder Außenbereich.“ Bei diesem Projekt respektiert der Anteil der Corian®-Fassaden die Harmonie des Rahmens von Haussmann, während das Gebäude wie ein mineralischer Feststoff wirkt. Dieser besondere Aspekt erlaubt unerwartete Wechselwirkungen mit Licht."

Mehr als Behübschung
BeiCorian®  ging es in diesem Fall nicht nur um die ästhetischen Eigenschaften, das Dekorative und die Designvielfalt, sondern auch um die Haltbarkeit und Reinigungsfähigkeit sowie die thermischen Eigenschaften des Materials. Nicht umsonst konnte sich diese Form der Fassadenverkleidung in kurzer Zeit ihren Platz in der Architektenschaft sichern. Nach DIN 5261 beträgt die Wärmeleitfähigkeit des Material ð (10°) trocken 0.769 W/(mK). Corian® ist auch das einzige Material, das nach CSTB, der französischen Organisation, die Forschung und Innovation, Beratung, Prüfung, Schulung und Zertifizierung in der Bauindustrie anbietet, für Fassaden zertifiziert wurde (Nr. 02/11 1472).

Die Kombination aus hinterlüfteter Fassade, bestehend aus Corian® und atmungsaktiven Membranen erlaubt optimale Lösungen hinsichtlich der Energieeffizienz. Die Verlässlichkeit einer solchen Installation gepaart mit den ansprechenden Materialeigenschaften resultieren in einem gut geschützten Gebäude mit Vorteilen für Umwelt und Bewohner gleichermaßen, das wie hier in Paris auch eine optische Facette hat, welche die Stadtlandschaft sichtlich belebt.(thd)

In Bezug auf das neue Ensemble wurde das Stadtgebiet in "shift" umbenannt. Foto: Luc Boegly / ASA, Crea Diffusion, Alain Longeau

 

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