12 Jahre und kein Ende abzusehen – Nissan hat Recycling-Programme in Warteposition versetzt. 

Teuer und schwer – die E-Auto-Batterien werden bis zu 20 Jahre alt. Foto: Nissan
Ein oft gehörtes Argument gegen die Elektromobilität sei der anfallende Elektromüll durch alte Batterien. Doch nun hat Nissan im Gegensatz dazu erklärt, dass die aufgesetzten Recycling-Programme derzeit noch nicht gestartet werden. „Fast alle [Elektroauto-]Batterien, die wir je hergestellt haben, sind immer noch in Autos verbaut“, sagte Nissan-Manager Nic Thomas in einem Interview mit der US-amerikanischen Zeitschrift Forbes.„Und wir verkaufen seit 12 Jahren Elektroautos“, fügte er hinzu.

Nissan stellt den elektrischen Leaf seit 2010 her – und Initiativen der Automobilindustrie zum Recycling der in EV-Batterien gebündelten Lithium-Ionen-Zellen werden in Europa und den USA nur langsam zum Mainstream.

Elektroautos verfügen über ausgeklügelte Batteriemanagementsysteme, die die langfristige Gesundheit ihrer Batterien schützen. Die meisten Hersteller bieten Batteriegarantien von sieben oder acht Jahren oder etwa 100.000 Meilen Fahrt, aber die Industrie erwartet, dass EV-Batterien länger halten werden; Sie sollten die Autos selbst überleben. (Forbes)

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Gestartet wird mit neuen Batterien im E-Auto – doch dann gibt es noch lange Zeit stationäre Verwendungen. Grafik: Nissan

Das 2. Leben dauert lange

Viel besser als die Batterien auseinanderzunehmen und die Bestandteile getrennt zu recyclieren sei es ohnehin, den 2. Lebensweg zu beschreiten. „Am einfachsten ist es, die komplette Batterie aus dem Fahrzeug zu nehmen, sie in einem Container in einem Gestell zu verstauen und diese an einen Solarpark anzuschließen.“ so Nissan-Manager Thomas.

Lithium-Ionen-Batterien sind teuer in der Herstellung, teilweise aufgrund der hohen Kosten von Kobalt, das hauptsächlich in der Demokratischen Republik Kongo (DRC) abgebaut wird. Die Kobaltgewinnung ist die größte Quelle der Exporteinnahmen der Demokratischen Republik Kongo, und auf das Land entfielen im Jahr 2021 mehr als zwei Drittel der weltweiten Kobaltproduktion.

Erst nach 20 Jahren reif für Entsorgung

Umso wichtiger wird die langfristige Nutzung. Entsprechende Messreihen von Alterungsprozessen im Labor haben laut ADAC gezeigt, dass das Second Life durchaus noch 10 bis 12 Jahre währen kann. Das heißt: Der Akku eines Elektroautos wird bei durchschnittlicher Beanspruchung erst nach über 20 Jahren ein Fall für die Entsorgung sein.
Wie relevant das "zweite Leben" der Akkus sein kann, zeigt das BMW-Werk in Leipzig. Dort hat BMW im Jahr 2017 einen stationären Speicher errichtet, der aus 700 zusammengeschalteten Akkus des i3 besteht. Alte und neue Akkus werden dabei gemischt eingesetzt. In diesem Großspeicher wird der am Werk von BMW erzeugte Solar- und Windstrom gespeichert und dann für die Produktion genutzt.

Arikel in Forbes

Artikel des ADAC

Artikel auf der Nissan-Website.

(hst)

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