Kommentar von Wolfgang Löser
Landwirt & „Energierebell“

KOMMENTAR – Es ist nicht Pessimismus, sondern die ernüchternde Erkenntnis, dass wir um Jahrzehnte zu spät daran sind, um der Klimakatastrophe zu entgehen.

Traktor
Die Landwirtschaft geht einem wirtschaftlichen Desaster entgegen, anstatt umzudenken. Foto: Herbert Starmühler

Viele Klima-Anspring-Reaktionen sind unumkehrbar und wir sind mitten drinnen. Trotz vieler mahnender, aufklärender Worte hat noch immer kein globales Umdenken stattgefunden – als gäbe es das Klimaproblem gar nicht. Mittlerweile ist klar geworden, dass wir das derzeitige Wirtschafts- und Energiesystem kaum noch beherrschen. Mit vielen Klima-Alibi-Handlungen, die auf Verzögerung und Zeit setzen, jedoch keine dringend notwendige fundamentale rasche Energiewende zu lassen.

Darüber hinaus fehlen die großen, visionären „Rufer“ wie Hermann Scheer oder Franz Niessler, es gibt praktisch niemanden mehr, der dieses Thema auf den Punkt bringt. Es wird immer nur um „Facetten“ herum gebastelt, mit vielen „Ablenk-Diskussionen“ (wie Wasserstoff), doch niemand fordert die Energieautarke Gemeinde, die Wärme-Kraft-Kopplung als die Schlüsseltechnologie im Solarzeitalter, wie auch das e-Auto als Regelenergiekraftwerk ...

Wir müssten längst raus aus allen fossilen Energien und Rohstoffen – mit der Riesenchance, wieder wirtschaftlich erfolgreich zu werden.

Dazu kommt, dass niemand die Chance erkennt, mit einer Dezentralisierung, mit regionalen, erneuerbaren Energien, Zukunftsfähigkeit zu erreichen. Es geht immer nur noch um den Billig-Wahnsinn aus Asien.

Die Landwirtschaft steht vor einem wirtschaftlichen Desaster

Selbst die Landwirtschaft steht vor einem noch nie dagewesenen, wirtschaftlichen Desaster. Sie ist eine bedeutende Mit-Verursacherin der Klimakatastrophe: hier geht es nur um das Festhalten an alten Strukturen – um ja keine Geschäftsbereiche für einige wenige Konzerne (Raiffeisen …) aus der Hand zu geben. Dabei hätte die Landwirtschaft die enorme Chance, wieder Energie-Rohstoff- und Nahrungsmittelproduzent zu sein, mit einer humus-aufbauenden Kreislaufwirtschaft.

Fazit: Meilenweit von den Zielen entfernt

Doch stattdessen werden nur Fördertöpfe, Verbilligung von fossilem Agrardiesel wie auch die Ausnahme von der CO2-Besteuerung gefordert, anstatt CO2 dauerhaft als Humus zu speichern. Wir müssten längst raus aus allen fossilen Energien und Rohstoffen – mit der Riesenchance, wieder wirtschaftlich erfolgreich zu werden.

Klar bauen wir eine PV-Anlage nach der anderen, bauen dazu tolle Batterie-Speicher, der e-Automarkt boomt, die Nachfrage war noch nie so groß. Trotzdem sind wir meilenweit von den Zielen eines 20-fachen Ausbaus der PV und einem 10-fachen Ausbau der Windenergie, der Biomasse entfernt.

Wolfgang Löser

Wolfgang Löser

Landwirt & „Energierebell“

betreibt seinen Bauernhof in NÖ seit 16 Jahren zu 100 % aus Sonnenenergie und ohne fossile/atomare Energieimporte.

Kommentare  

#2 KRW60 2022-03-15 18:14
Ich frage mich schon länger, warum sich die angebliche "Wirtschaftspar tei" ÖVP derart massiv weigert, mittels erneuerbaren Energieen Arbeitsplätze zu schaffen!
Mahrer schießt dabei jedesmal den Vogel ab.
Es kann doch nicht darum gehen, das Narrativ vom faulen Arbeitslosen aufrecht zu erhalten, oder doch?
#1 Robert gaubinger 2022-01-30 10:08
Ja Herr löser,
Wie sagen wir s den verantwortliche n (Politikern) und bringen sie dazu, das richtige zu tun?
Robert gaubinger
gaubinger.robert@a1.net

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