Kommentar von Wolfgang Löser
Landwirt & „Energierebell“

KOMMENTAR: Die Einschränkungen für Agri-Photovoltaik sind kontraproduktiv und gefährlich – wir stehen vor einer Apokalypse.

Serie: Agri Photovoltaik

Welche Vorteile oder Nachteile bringt die Doppelnutzung landwirtschaftlicher Flächen? Welche Feldfrüchte sind geeignet, welche Module passen?


Foto Agri PV
Landwirtschaft und Photovoltaik gehören zusammen. Foto: pexels.com

Ja, ich bin voll und ganz der Meinung und unterstütze diese vollkommen: Dachflächen müssen (auch) für Photovoltaik genutzt werden.

Umsetzung leider unmöglich
Leider ist es aber beinahe unmöglich, die eigenen Dachflächen mit PV-Anlagen auszustatten, um im notwendigen Rahmen klimarelevante Beiträge für Versorgungssicherheit und Klimaschutz zu erzielen. Noch immer ist es ein Spießrutenlauf, eine PV Anlage zu errichten. Darüber hinaus werden dem Anlagenbetreiber enorme Kosten für den Netzausbau aufgebürdet, die jede Anlage unwirtschaftlich machen. Der Netzbetreiber hat dafür zu sorgen, dass die Netze DEZENTRAL ausgebaut werden (keine 380 KV Atomstromautobahnen) – dafür verlangt er ja Anschlusskosten wie auch Benützungs- und Bereitstellungsgebühren, die von der Allgemeinheit, bzw. den Stromkunden bezahlt werden.

Es fehlen die Rahmenbedingungen
Wollen wir auf Dachflächen den PV Ausbau voran bringen, brauchen wir dringendst andere Rahmenbedingungen, damit jeder seine Dachfläche nutzen kann. Derzeit sind weit über 6000 PV-Dachanlagen in Österreich nicht umsetzbar, ein Vorranggesetz für Erneuerbare Energien ist längst überfällig.

PV am Dach wird verhindert
Wir haben auf unserem Stadldach eine 40 kWp PV installiert, dies ist die erste, welche die gesamte Dachfläche nutzt und auch die letzte mögliche in unserer Ortschaft! Obwohl hier hunderte, wenn nicht sogar tausende Quadratmeter Dachflächen zur Verfügung stehen – doch leider sind diese wirtschaftlich nicht umsetzbar, da PV-Anlagenbetreiber auch die Kosten für den Netzausbau zusätzlich zu tragen haben, was nicht im geringsten nachvollziehbar ist. Kein Atomkraftwerksbetreiber , kein Kohlekraftwerk finanziert das Stromnetz ...

„So werden wir, wie in den vergangenen 30 Jahren, unsere Klimaziele nie erreichen!“
Wolfgang Löser

Wir stehen vor einer Apokalypse
Jetzt soll laut einem Zeitungsbericht (Kronenzeitung) sogar der Ausbau der AGRI PV eingeschränkt werden: Für Freiflächen-Anlagen erklärt Niederösterreichs Landesvize Stefan Pernkopf in diesem Beitrag: „Die Grenze bleibt bei zwei Hektar“. Und das in einer Zeit, in der wir vor einer noch nie da gewesen apokalyptischen Klimakatastrophe stehen, jedoch fossile Energien an jeder Tankstelle, Heizöllieferung und Erdgasverbrauch unbekümmert unbegrenzt genutzt werden können. Anstatt diese Klimakiller endlich zu rationieren, und nicht den Ausbau der Erneuerbaren Energien immer massiver zu beschränken.

Erneuerbare werden massiv gebremst
So werden wir, wie in den vergangenen 30 Jahren, unsere Klimaziele nie erreichen! Es ist für mich in keiner Weise nachvollziehbar, das gerade wieder beim Ausbau der Erneuerbaren Energien massiv gebremst wird. Wie zum Beispiel beim Zonenplan für die Windenergie – anstatt energieautarke Gemeinden, mit 2-3 Windräder in jeder Gemeinde in 100% Bürgerhand zu fördern.

Zurück zu den Wurzeln!
Bis vor ca. 200 Jahren war die Land- und Forstwirtschaft Energie-, Rohstoff- und Nahrungsmittel-Lieferant. Billige Kohle, Erdöl und Erdgas verdrängten sie aus mehreren dieser Bereiche. Durch Verknappung aller Ressourcen müssen wir uns die verloren gegangenen Bereiche wieder zurück erobern! Dazu gehört auch AGRI PV, also Photovoltaik auf dem Acker. Erst diese ermöglicht eine sichere Nahrungsmittelversorgung, denn gerade die rasche Klimaerwärmung erschwert zusehend die landwirtschaftliche Produktion.

Erst AGRI PV ermöglicht eine zukunftsfähige Landwirtschaft
Gerade durch eine Teilbeschattung können Pflanzen die enormen Hitzeeinwirkungen besser überstehen und liefern bei einigen Kulturen sogar bessere Erträge als auf reinen Freiflächen, bei denen sie schutzlos der glühenden Hitze ausgeliefert sind. Dazu ermöglicht es ein stabiles Einkommen für die Landwirtschaft, die bei explodierenden Betriebsmittelkosten und ständig sinkenden Produktpreisen ein Überleben für die Bauern immer mehr zur Herausforderung macht.

Website der BayWa re.de (mit Agri PV-Lösungen)

Wolfgang Löser

Wolfgang Löser

Landwirt & „Energierebell“

betreibt seinen Bauernhof in NÖ seit 16 Jahren zu 100 % aus Sonnenenergie und ohne fossile/atomare Energieimporte.

Kommentare  

#1 Ernst Walter Schrempf 2021-06-25 21:04
Hallo Wolfgang,
ja, wir stehen vor der Apokalypse. Tornadogeschädi gte, wie in CZ, erleben sie bereits.
Deshalb auch kine bodennahen Freiflächenanla gen, welche zu unserer Ernährung notwendige landwirtschftli che Flächen vernichten. Ein Kompromiss sind lichtdurchschei nende Elemente in einer Höhe, dass darunter weiterhin der Boden bewirtschaftbar ist.
Über PV-Platten entsteht Wärmestrahlung. Diese wird durch den Treibhauseffekt (über bereits zusätzlich sich in der Luft befindlichen CO2 Moleküle) wieder zurückreflektie rt, es entsteht zusätzliche Hitze.
LG, Ernst Walter Schrempf

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