Kommentar von Herbert Starmühler
Herausgeber energie:bau Magazin

KOMMENTAR: So mancher Professionist ist jetzt bestens ausgelastet: Vor allem Endkunden stecken ihre Reisebudgets vielfach in Renovierungen ihrer eigenen vier Wände.

Am Bau ist schon wieder viel los – die eigenen vier Wände werden modernisiert, neue Wohnungen gebaut. Foto: Starmühler_autark

Jammern gehört zum Geschäft. Und ein unsichtbares Virus hat uns ins Tal der Tränen gestoßen. Aber bei näherem Hinsehen erklingt nach dem einen oder anderen Klagelied eine verhaltene Freudenmeldung. Ihr Berichterstatter hat gerade mit Bau-Professionisten viel zu tun und damit sein Ohr noch mehr an der Basis. Hier einige O-Töne (aus Niederösterreich und Wien):

Der Elektriker: „Seit zwei Wochen geht es rund. Vorher waren viele zu ängstlich, jetzt trauen sich alle. Und ich komme kaum nach“ (sagt's und entschwindet schon wieder, das Handy am Ohr).

Der Schwimmbadbauer: „Jetzt habe ich keine Zeit, ich muss hier 1.000 Pools bauen. Vor Oktober kann ich wirklich nicht kommen“.

Der Baumeister: „Ehrlich gesagt, für uns hat es kein Corona gegeben. Wir arbeiten schon lange wieder voll“.

Ein weiterer Elektriker: „Ja, tut mir leid, ich komme gerade nicht dazu, das Offert zu schreiben, es ist viel los!“

Der Heizungstechniker: „Wir sind bis in den Herbst gut versorgt“.

Der Photovoltaiker: „Wir haben Aufträge bis zum Jahresende genug, ich mache mir keine Sorgen“.

Dies widerspricht ein wenig den „amtlichen“ Statistiken, die derzeit an die Öffentlichkeit gepostet werden. Die Branchen sind einfach nicht zu vergleichen: Konzertveranstalter und Hotels können die Umsatzeinbußen infolge des Lockdowns nicht leicht oder gar nicht wegstecken. Aber die Baubranche erlebt – in manchen Bereichen – durchaus einen Boom. Denn nicht verbrauchte Reisebudgets liegen ja noch am Konto, die Corona-Zeit dürfte die sparsamste seit langem gewesen sein. Nun haben Tante Hilde und Onkel Erwin erkannt, dass ein neues Bad die bessere Ausgabe wäre. Auch die Investition in eine Eigentumswohnung scheint ungebrochen attraktiv zu sein, wenn man den Immobilien-Profis glauben kann.

Fazit: Bitte nicht nur Jammern, es gibt vielerorts genug zu tun!

Siehe auch der Kommentar von Andreas Kreutzer: „Durch Corona-Krise: Heizkessel und Wärmepumpen boomen“.

Herbert Starmühler

Dr. Herbert Starmühler

Herausgeber energie:bau Magazin

ist Herausgeber dieser Publikation energie-bau.at und verschiedener Fachmagazine im Bereich Technik, Architektur und Energieeffizienz. Als seit Jahren leidenschaftlicher E-Auto-Fahrer und Bezieher eigenen Sonnenstroms ist der Journalist jederzeit für innovative Ideen zu begeistern und holt sich beim Networken gerne Inspiration für neue Projekte.

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