Diskussion -
Serie: OIB zeigt Strom umweltschädlicher als Heizöl und Erdgas
Laut einem Richtlinien-Entwurf des OIB schneidet Strom im Bereich CO2-Ausstoß schlechter ab als Heizöl und Erdgas. Die Bundesinnung der Elektro-, Gebäude-, Alarm- und Kommunikationstechniker und die e-Marke üben harsche Kritik. Das OIB verweist darauf, dass die verwendeten Konversionsfaktoren von Experten vorab diskutiert und festgelegt wurden

Der Entwurf der OIB Richlinie 6 sorgt für Diskussionen: Während die e-Marke sich dafür einsetzt, dass die Konversionsfaktoren gesenkt werden, steht die VÖK auf der Gegenseite: „Eine Reduktion der Konversionsfaktoren für Strom ist nicht akzeptabel.“
Die VÖK fordert eine Chancengleichheit innerhalb der einzelnen Referenzsysteme, sowie Entscheidungsfreiheit bei den Heizlösungen. Foto: Starmühler

Alle vier Jahre gibt es eine neue Ausgabe der OIB Richtlinien, für 2019 ist eine Neuauflage geplant. An der Überarbeitung wird bereits gearbeitet. Die OIB-Richtlinie 6 Energieeinsparung und Wärmeschutz wird den neuen Gegebenheiten (Überarbeitung von Normen) und Vorgaben angepasst.

OIB Zeitplan
Bis Ende Mai 2018 wurden die Entwürfe fertiggestellt und anschließend das Begutachtungsverfahren eingeleitet. Im Oktober/November sollen die Einsprüche und Stellungnahmen gesichtet und geclustert sowie in den Entwurf eingearbeitet werden. Eine Fertigstellung der OIB-Richtlinien wird bis Ende Jänner 2019 forciert, sodass der Beschluss durch die Generalversammlung im ersten Quartal 2019 gefasst werden kann. Erst danach treten die neuen OIB-Richtlinien in den einzelnen Bundesländern in Kraft.

VÖK: Fernwärme vs. individuelle Heizsysteme
„Die Dämmvorschriften für Rohre sind absurd“, so Elisabeth Berger, Geschäftsführerin der Vereinigung Österreichischer Kessellieferanten (VÖK). Laut ihr sind die Vorschriften in den Referenzsystemen zu hoch gesetzt. „Es ist schwer, den hohen Standard der Referenzsysteme kostengünstig zu verbessern.“ Mit den Konversionsfaktoren von Strom zeigt sich die VÖK im Gegensatz zur e-Marke jedoch zufrieden, denn die Faktoren, die für erneuerbaren Strom gefordert werden, können schon im Sommer nicht erreicht werden. „Wir halten die Konversionsfaktoren und die anrechenbaren Teile von importierten Strom für realistisch und eine weitere Reduktion der Faktoren im Zusammenhang mit der Raumwärme ist nicht akzeptabel“, so Berger. Das Thema Fernwärme betrachtet die VÖK eher kritisch, denn „jeder Haushalt sollte frei zwischen Fernwärme und individuellen Heizsystemen entscheiden können.“ In Summe ist das System teurer, es wird jedoch nicht als Gesamtsystem gewertet, denn laut VÖK startet der Wärmeverbrauch bei Fernwärmeheizungen erst ab der Wohnungstür. „Wie viel Wärme bei der Übertragung in die einzelnen Haushalte tatsächlich verloren geht, wird in keinem System erfasst“, so Berger. „Auch regulierbare Systeme, wie Zeitsteuerungen, die als Referenzsystem angegeben werden, sollten alleine aus Kostengründen nicht für jeden Haushalt vorausgesetzt werden.“

Nicht aller Tage Abend
In den nächsten Monaten werden die verschiedenen Branchen noch diskutieren. Bis in den Herbst können noch Einsprüche erhoben werden – ob die freilich auch was bringen, sei dahingestellt. (sel)

Kommentar schreiben

Wir verwenden Cookies, um unsere Webseite benutzerfreundlicher zu gestalten. Wenn Sie diese Webseite nutzen, akzeptieren Sie die Verwendung von Cookies.