Die Preise für Strom und Gas an den Börsen fallen, die Preisindices rutschen – die Stromkonzerne geben das kaum weiter.

Die Preise für Strom fallen – aber vorerst vor allem an den Börsen. Grafik: EA

ÖSTERREICH:

STROM: Der Österreichische Strompreisindex auf Monatsbasis (ÖGPIMonat) fällt im Februar 2024 gegenüber dem Vormonat um 10,97 %. Im Vergleich zum Februar 2023 liegt der Index um 53,7 % niedriger. Der Index liegt bei einem Wert von 91,31 EUR/MWh.
Der Spitzenlastpreis liegt dabei um 17 % über dem Grundlastpreis.

GAS: Der Gaspreisindex auf Monatsbasis (ÖGPIMonat) fällt im Februar in Österreich gegenüber dem Vormonat um 14,86 %. Im Vergleich zum Februar 2023 liegt der Index um 54,58 % niedriger. Der Index liegt bei einem Wert von 30,86 EUR/MWh. Diese Zahlen verlautbarte die Österreichische Energie-Agentur.

Endkunden bitte warten

Doch die Endkunden aus Gewerbe und Kommunen und die Privaten müssen warten. Die Energiekonzerne geben diese niedrigeren Preise nur sehr langsam, mit für viele unverständlichen Verzögerungen weiter. Laut e-Control liegt der Gesamtpreis für eine Kilowattstunde (kWh) zwischen 26 und 44 Cent für Bestandskund:innen (Hauptprodukt der großen lokalen Anbieter). Der Gesamtpreis für Neukund:innen liegt inkl. Wechselrabatten zwischen 25 und 30 Cent/kWh.

Bremse bei der Strompreisbremse

Die österreichische Klimaministerin Leonore Gewessler hat gemeinsam mit Finanzminister Magnus Brunner verkündet, dass die Regierung die Subventionshöhe bei der Strompreisbremse ab Juli 2024 auf 15 Cent senkt.

Der Schwellenwert sinkt damit von 40 auf 25 Cent je kWh, der Staat übernimmt ab Juli damit maximal 15 Cent. Einen entsprechenden Vorschlag hatte in der Vorwoche Wifo-Leiter Gabriel Felbermayr unterbreitet. Damit soll auch der Wettbewerb angekurbelt werden, es sollen also wieder mehr Stromkundinnen und -kunden zu Anbieterwechseln animiert werden.

DEUTSCHLAND:

STROM: In Deutschland stellt sich die Situation etwas anders dar: Strom ist seit dem extremen Hoch durch den Ukraine-Krieg wieder deutlich günstiger geworden. Aktuelle Daten zeigen die Preisentwicklung für Neukunden.

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Derzeit kostet in DEUTSCHLAND eine Kilowattstunde Strom laut Daten des Vergleichsportals Verivox im Mittel 26,8 Cent für Neukunden (Datenstand: 24.01.2024). Der mittlere Preis der vergangenen sieben Tage ist im Vergleich zur Vorwoche leicht gesunken.

Durch den Krieg in der Ukraine waren die Energiepreise zwischenzeitlich stark gestiegen - auch die Strompreise für Neukunden. Sie erreichten laut Verivox im vergangenen Herbst ihren bisherigen Höhepunkt mit 70 Cent pro Kilowattstunde. Das lag an den gestiegenen Gaspreisen. Denn wenn der Strom aus Wind, Sonne und Kohle nicht ausreicht, dann wird oft auch Strom in Gaskraftwerken produziert .(Zitiert aus einer NDR-Meldung)

Wie entwickeln sich die Strompreise in der Zukunft?

Dazu das Preisvergleichs-Portal Verivox: „Wie sich der Strompreis auf lange Sicht genau entwickelt, lässt sich nur schwer prognostizieren, da hierfür verschiedene Faktoren eine Rolle spielen. Noch zu Beginn der 2020er Jahre hatte die EEG-Umlage und die Netzentgelte einen großen Einfluss auf den Strompreis für private Verbraucher.

Beschaffungspreise spielen geringere Rolle

Die Großhandelspreise spielten hingegen eine geringere Rolle. Das änderte sich in der zweiten Jahreshälfte 2021 gründlich. Der starke Anstieg der Strompreise an den Strombörsen führte dazu, dass die Beschaffungskosten der wichtigste Faktor wurden. Angesichts der internationalen Spannungen und hohen Energiepreise hat es in den Jahren 2022 und 2023 zahlreiche Strompreiserhöhungen für die Haushalte in Deutschland gegeben.

Höhere Stromnetzentgelte zu erwarten

Mit Beginn des Jahres 2024 hat der Preisdruck von Seiten des Großhandels wieder nachgelassen, dafür sind die Stromnetzgebühren stärker als zunächst erwartet angestiegen. Im Lauf des Jahres wird eine Reihe von Stromversorgern die höhere Stromnetzentgelte an ihre Kunden weitergeben.

(hst)

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