Schnitten-Heizung - 26.02.2018
Nach einem erfolgreichen Probejahr startet die ungewöhnliche Energieverwertung des Wiener Süßwarenherstellers Manner in den Vollbetrieb.
In den Umbau und die Modernisierung des Standorts Hernals hat Manner insgesamt etwa 40 Millionen Euro investiert. Foto: © Wien Energie

Am Manner-Produktionsstandort in Wien-Hernals bäckt der große Waffelofen nicht nur 450 Mannerschnitten pro Minute, sondern versorgt außerdem mit seiner Abwärme den eigenen Betrieb mit Energie und gibt zusätzlich Wärme an das lokale Fernwärmenetz ab. Seit Herbst 2016 setzen Manner und Wien Energie gemeinsam auf diese Wärme-Lösung: 1.400 Megawattstunden wurden im Probebetrieb eingespeist und damit rund 150 Haushalte mit Wärme versorgt. Mit der abgeschlossenen Modernisierung der Manner-Fertigungsstraße startet jetzt der Vollbetrieb der „Schnitten-Heizung“: Der Energie-Eintrag soll sich laut einer Aussendung von Wien Energie auf rund 5.600 MWh vervierfachen und etwa 600 Haushalte mit Wärme für Heizung und Warmwasser versorgen.

Während in der Produktion Schicht für Schicht hunderte Manner-Schnitten entstehen und im Waffelofen gebacken werden, arbeitet im Hintergrund eine zweite „Produktionslinie“ für die Fernwärme. Genutzt wird die heiße Abluft, die beim Backprozess entsteht. Diese wird über Rohre gesammelt und über einen Ventilator aufs Dach geführt, wo ein Wärmetauscher die heiße Abluft in Heißwasser umwandelt.

Die Abwärme aus dem Backprozess wird direkt in das lokale Fernwärmenetz auf einer Länge von 3,5 Kilometern eingespeist und für Heizung und Warmwasser verwendet. Wien Energie errichtete dafür am Fabriksgelände von Manner Fernwärmeleitungen, ein Wärmetauscher und Verbindungen zu den Versorgungsanlagen. Die Leistung der Anlage beträgt ein Megawatt,Haushalte in unmittelbarer Nachbarschaft der Waffelproduktion in Hernals und Ottakring sollen von der Abwärme profitieren. Überschüssige Abwärme des Herstellungsprozesses wird zusätzlich in Kälte umgewandelt und für Kühlzwecke verwendet.

Homepage Manner

Webseite Wien Energie

Kommentare  

#2 MARTON von UNEX 2018-03-01 16:36
In 8 Öfen werden Waffeln und andere Backwaren hergestellt. (Weinbeißer,Man nerknöpfe,Bisko tten etc.)Diese lassen sich bei dieser Größenordnung leider nur mit Gasbrennern sinnvoll beheizen. Nun wird die Primärenergie zumindest bestmöglich verwertet. Die in Absorptions-Wär mepumpen in Kälteleistung umgewandelte Wärme, spart weitere große Mengen an Strom, der früher für den Betrieb der Kältemaschinen gebraucht wurde. Ökologisch eine tolle Sache und nach der Amortisation eine Gelddruckmaschi ne! www.unex-eu.com
#1 energierebell 2018-03-01 11:13
mit welcher Primärenergie werden die Schnitten gebacken? Erdgas? dies wäre der schlimmste Klimakiller, da bei Förderung, Transport ,...enorme Mengen an Methan freigesetzt werden, welches über 80 mal Klimarelevanter als CO² ist Erdgas ist Teil des Klimaproblems und nicht die Lösung: https://hans-josef-fell.de/content/index.php/presse-mainmenu-49/schlagzeilen-mainmenu-73/1180-erdgas-ist-teil-des-klimaproblems-und-keine-loesung

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