Für privat installierte Wallboxen gibt es ab sofort 600 Euro Zuschuss. Für E-Autos 5.000 Euro. Ob dies zum Boom führt scheint noch nicht hundertprozentig wahrscheinlich.

Große Teslas werden es nicht in die Förderung schaffen, Ladesäulen schon eher. Foto: Herbert Starmühler

Elektroautos sind der wohl meistbeachtete Ladenhüter: Jeder und jede kennt sich aus, weiß vermeintlich Bescheid über Vor- und Nachteile – und kauft NICHT. Zu teuer, zu umständlich, zu geringe Reichweite. Auch wenn beim Nachrechnen vielleicht ein anderes Ergebnis am Papier stünde, das p.t. Publikum wendet sich ab – und den umweltschädigenden Verbrennern zu.

Nun wird alles anders: Statt der Kaufprämie von 3.000 Euro bekommt die Kundschaft nun 5.000 zum Ladenpreis dazu. Der BMW i3, ein gängiges Modell (soweit man das bei den Zulassungsstatistiken behaupten kann) kostet damit statt 40.300 Euro nur noch 35 Tausender. Was immer noch sehr viel ist, wenn man eine Winterreichweite von vielleicht 160 Kilometern ins Kalkül zieht.

Die Förderaktion (gemeinsam von Ministerium BMK und Fahrzeughandel) ist bei E-Autos mit 50.000 Euro Kaufpreis begrenzt.

Relativ mehr gestiegen ist neue Wallbox-Förderung: Es gibt 600 Euro (bisher 200 Euro) – allerdings nur bei Kauf eines Neuwagens.

Überblick: So viel wird gefördert:
Voraussetzung ist immer, dass mit 100 % Ökostrom geladen wird (egal ob Akku oder Wasserstoff-Antrieb):

Autos: 5.000 Euro (Plug-In-Hybrid: 2.500)

Kleinbus: 5.000 bis 24.000 Euro (tw. nur f. Betriebe)

E-Motorräder: 800 - 1.200 Euro.

E-Busse (in Kommunen): 52.000 bis 130.000 Euro.

Genauere Infos bekommen Sie im Förderungs-Factsheet.

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Kommentar:

Vollgas mit Handbremse

Es ist befreiend, endlich wieder einmal ein kräftiges Lebenszeichen FÜR die alternative Mobilität zu hören. Die nun unternommene Neuregelung der Förderung ist wohldurchdacht und offensichtlich von Menschen gemacht, die sich mit der Materie auskennen. Dieselfahrzeuge mit einem Elektroantrieb als Feigenblatt werden nicht mehr gefördert, die Elektro-Mindestreichweite muss 50 Kilometer betragen, wenn es schon unbedingt ein Hybridfahrzeug sein muss (und kein rein elektrisches).

Schön auch, dass kein Unterschied mehr zwischen Lithium-Batterie und Brennstoffzelle gemacht wird: Wer den Wasserstoff verwenden will, der muss in halt mit Ökostrom erzeugt haben. Nicht ungenial diese Lösung. Denn der Wasserstoff kann so seine Chance bekommen, auch wenn für die gleiche Energieausbeute drei mal so viele Photovoltaik-Sonnenstunden notwendig sind wie bei der Lithium-Ionen-Batterie. Nachdem es ohnehin keine H2-Autos zu kaufen gibt (außer vielleicht für VIPs, Bürgermeister und Bundeskanzler), ist diese Förderung leicht verkraftbar.

Und jetzt der Kontrapunkt: Dies wird in Österreich keine große Euphorie auslösen, es ist nicht zu erwarten, dass sich morgen früh Schlangen vor den BMW-Filialen und Renault-Shops bilden werden. Hysterische Kaufwillige werden NICHT um die ersten Plätze rangeln. Zu gering fällt die Suventionierung der Elektrischen aus. Ohne Begleitmaßnahmen wie Gratisparken, Busspurbenützungen, Steuervorteile oder Sondergenehmigungen (z.B. für Einfahrten in Innenstädte) bleibt das E-Auto für fast alle unattraktiv.

Herbert Starmühler
herbert@starmuehler.at

 

 

 

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