Laut der kürzlich veröffentlichten Statistik der NEA hat China im Jahr 2025 erneut alle Prognosen übertroffen.

Das Midong-Solarprojekt in Ürümqi, Xinjiang, ist mit 3,5 GW (Gigawatt) Leistung das derzeit größte Photovoltaik-Kraftwerk der Welt. Von der China Green Development Group realisiert, deckt es riesige Wüstenflächen ab. Foto: CSD-Group

Die installierte Gesamtkapazität der Erneuerbaren (Wind, Solar, Wasser, Biomasse) macht nun erstmals mehr als 55 % der gesamten Stromerzeugungskapazität des Landes aus. Besonders beeindruckend: China hat allein im Jahr 2025 mehr Photovoltaik-Leistung installiert, als die gesamte EU in den letzten drei Jahren zusammen.

China vs. Europa: Die Statisik zum Energiesektor 2025

Datenquelle: Jahresstatistik 2025 (Chinesische Nationale Energiebehörde (NEA)), veröffentlicht Februar 2026

Bereich Ausbau China 2025 Ausbau EU (Schätzung) Verhältnis

Photovoltaik (Neu) China; ~280 GW, EU: ~65 GW, Verhältnis: > 4 : 1
Windkraft (Neu) China ~105 GW EU: ~20 GW, Verhältnis: > 5 : 1
Investitionsvolumen Chine: > 800 Mrd. USD EU: ~350 Mrd. USD, Verhältnis: ~ 2,3 : 1

Der europäische Kontext: Fokus auf Effizienz und Integration

Während China auf schiere Masse setzt (oft durch gigantische Energieparks in der Wüste Gobi), liegt der Fokus in Europa stärker auf der Systemintegration und dem Smart Grid.

Europa: Hier liegt der Schwerpunkt 2026 auf der Dezentralität und dem Lastmanagement (wie wir es bei den BUS-Systemen besprochen haben). Europa führt technologisch bei der Netzstabilität trotz hoher fluktuierender Einspeisung.

China: Kämpft trotz des massiven Ausbaus mit der Fernleitung des Stroms von den westlichen Erzeugungszentren zu den boomenden Megacitys im Osten. Die NEA meldete jedoch für 2025 signifikante Fortschritte beim Bau von Ultra-Hochspannungs-Gleichstrom-Leitungen (UHG).

Batterietechnologie als Enabler

Ein entscheidender Punkt im NEA-Bericht ist der Zuwachs bei stationären Speichersystemen. China hat 2025 die Kapazität seiner Großspeicher verdoppelt, um die Mittagsspitzen der Solarparks abzufangen. In Europa hingegen boomt der Markt für Heimspeicher, getrieben durch die hohen Endkundenpreise (siehe die Diskussion um die 30–40 Cent/kWh).

„China baut heute in einem Quartal so viel erneuerbare Kapazität, wie Deutschland in zehn Jahren. Die Skaleneffekte, die dadurch entstehen, bestimmen die weltweiten Modulpreise für 2026.“ International Energy Agency (IEA)

Niedrige Preise dürften bestehen bleiben

Während China die Rolle des globalen „Kraftwerks“ für Erneuerbare übernimmt, bleibt Europa das Labor für intelligente Nutzung und Netzsteuerung. Der massive chinesische Ausbau sorgt jedoch für anhaltend niedrige Komponentenpreise, was die Sanierungswelle in Österreich (PV + Wärmepumpe) wirtschaftlich erst ermöglicht.

Artikel dazu auch im >> PV-magazine.de

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