„Die Zeit drängt“ sagt der Österreichische Gewerbeverein und fordert mittels Petition ein schnelleres Auszahlen der von der Regierung versprochen Liquiditäts-Hilfen und warnt vor der „Liquiditätsfalle Kurzarbeit“.

Sehr „vulnerabel“ – vor allem bei kleineren Firmen könnte die Liquiditätsfalle schnell zuschnappen. Foto: Starmuehler_autark.cc

Die Ökonomie in Europa und in Österreich kommt zum Erliegen, die meisten Betriebe müssen derzeit auf eine Art „Zettelwirtschaft“ umstellen. Formalitäten müssen bewältigt werden, täglich leicht abgeänderte Bewilligungs-Voraussetzungen gilt es zu beobachten, der Papierkram lähmt.

Und wo bleibt das Geld? Vieles wurde in den vergangenen Wochen zugesagt, doch noch bleiben die Eingaben folgenlos. Im Gegenteil: Die Miete läuft weiter und viele kleinere Unternehmen stehen daher ziemlich im Regen. Und es ist kein Geldregen.

Dramatische Nachrichten
Der Verband der Wirtschaftstreibenden, der Österreichische Gewerbeverein sieht große Sorgen: „In den letzten Stunden erreichen uns ebenso hoffnungsvolle, wie äußerst dramatische Nachrichten unserer Mitglieder. Nicht wenige beschäftigen sich schon mit der kreativen Strukturierung der 'Tage danach'. Andere, besonders die kleinen Dienstleister, konnten die brennende Liquiditätsfrage noch nicht lösen, die Zeit drängt.“

Erniedrigende Prozeduren
Weiter im Text des ÖGV liest man: „Natürlich könnten wir vertiefen, dass das bisher garantierte Recht auch Entschädigung für alle vom Betretungsverbot unterbrochenen Betriebe - und auch für alle ihre Mitarbeiter - mitten in der ausbrechenden Krise mit einem Federstrich durch immer noch wage Ansprüche und teils erniedrigende Prozeduren beseitigt worden ist, doch wollen wir (noch) hoffen, dass auch den kleinen Dienstleistern, den kleinen Handwerkern und den kleinen Händlern jetzt über die entscheidende Hürde geholfen wird.“

Schneller und einfacher!
Diese Unternehmen hätten „Steuern gezahlt, erheblich investiert, Arbeitsplätze geschaffen, Lehrlinge ausgebildet, Mitarbeiter geschult, die Sozialversicherungen bezahlt, usf., seit Jahren und das nicht zu knapp. Die jetzt oftmals betriebskritisch eingeschränkte Liquidität muss diesen Unternehmen in den nächsten Tagen, pragmatisch und ohne weiteres Federlesen zurückgegeben werden.“

Banken müssen solidarisch sein
Es sei dabei „nicht hinnehmbar dies als verzinsten Überbrückungskredit mit Standardrisikoprüfung durch die Bank vorzuschreiben. Bei allem gebührenden Respekt: jene Banken, die durch die Steuerleistungen ebendieser Betriebe vor 12 Jahren aus dem selbstverschuldeten Schlamassel gezogen wurden, denen wir deshalb auch Kreditvorgaben (Basel3, Solvency, etc.,etc.) verdanken, die heute noch weniger den je erfüllbar sind. Es sind diese Banken, die sich jetzt solidarisch zeigen müssen: Ohne Zinsen, ohne weitere Zeitverzögerung, mit Hausverstand und das SOFORT!“

„Liquiditätsfalle Kurzarbeit“
In einer Online-Petition („Gegen die Liquiditätsfalle Kurzarbeit“) fordert der Österreichische Gewerbeverein unter anderem:

Wir fordern ein PRAKTIKABLE Lösung der Liquiditätsfrage.
Die Bundesregierung möge noch vor dem Monatswechsel:

  • die Geschäftsbanken per Verordnung veranlassen, den kleinen und mittelständischen Betrieben, binnen eines Arbeitstages, zur Aufrechterhaltung der Liquidität, für die Dauer der verfügten Einschränkungen, plus drei Monaten, gebühren- und zinsenfrei, den jeweiligen Überziehungsrahmen zu erweitern, um zumindest ein Zwölftel des letzten Jahresumsatzes maximal aber 0,5 Mio. Euro, für diese Vorleistung übernimmt die Republik zu 100% die Haftung.

  • die Geschäftsbanken beauftragen, damit auch unmittelbare Zwischenfinanzierung der AMS-Kurzarbeit-Refundierungen abzuwickeln, den Refundierungsbetrag monatlich pauschal im Voraus und zinsenfrei zu Verfügung zu stellen und
    die in Aussicht gestellte, aber sichere AMS-Überweisung (binnen 90 Tagen) als Absicherung dafür anzuerkennen.

Hier geht es zur Petition.

 

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