Laut Jürgen Schneider, Leiter der Sektion Klima und Energie im BMK, befindet sich der Entwurf der noch ausständigen Verordnungen derzeit in der Abstimmung.

PV-Grafik
Installierte Leistung in Österreichs Bundesländern – und Zielvorgaben des Ausbaus bis 2030. Grafik: PVA

Österreichs PV-Branche wartet auf Förder-Klarheit: Zwar ist das notwendige Erneuerbaren Ausbau Gesetz (EAG) bereits verabschiedet, bei den ebenso notwendigen Tarif-Verordnungen spießt es sich aber noch. Im Rahmen der Herbsttagung der Photovoltaic Austria (PV-Austria) und der Technologieplattform Photovoltaik (TPPV) in Wien gab es ein wenig „Gedankenfutter“ dazu:  

Erster Fördercall noch 2021
Laut Jürgen Schneider, Leiter der Sektion Klima und Energie im BMK, befindet sich der Entwurf der noch ausständigen Verordnungen derzeit noch in Abstimmung. Darin werden wichtige Details der Förderstruktur festgelegt. Schneider geht davon aus, dass es noch in diesem Jahr den ersten Fördercall zur Investitionsförderung geben wird.

Die Zeit läuft
Immer klarer zeigt sich der steigende Zeitdruck. Wenn Europa und Österreich dem Klimawandel beikommen wollen, muss das Tempo des Ausbaus massiv erhöht werden. Das zeigte sich in weiteren Wortmeldungen der Tagung. Einerseits muss nämlich jedes verfügbare Dach, jede brachliegende, unverbaute Fläche mit Solarpaneelen ausgestattet werden – andererseits benötigen wir große Flächen. Das wurde auf den Folien und Ausführungen klar.

Riesige Wiener PV-Offensive
Dächer gibt es ja viele, aber viele sind für die Sonnenenergie-Ernte nicht geeignet. Die Stadt Wien hat die meisten Dächer – was tut die Stadt mit ihnen? „Wir haben als Stadt viele Dächer, Fassaden, Verkehrsflächen oder Deponien, die mit PV-Modulen belegt werden können“, sagt Jürgen Czernohorszky, Wiener Stadtrat für Klima, Energie und Umwelt. Er sieht im Ausbau der Photovoltaik und in einer raschen Energiewende den Weg, dass Wien auch in Zukunft die lebenswerteste Stadt der Welt bleibt – ein Titel, den die österreichische Bundeshauptstadt schon seit Jahren innehat 

Jedes Jahr so viel wie in den vergangenen 15 Jahren insgesamt
„Das Ziel ist, bis 2025 jedes Jahr so viele Flächen mit Photovoltaik zu bebauen, wie in den vergangenen 15 Jahren zusammen. Wir wollen die installierte Leistung bis 2025 von derzeit 50 auf 250 Megawatt erhöhen. Bis 2050 streben wir 800 Megawatt an, damit wir 530.000 Haushalte in Wien mit Sonnenstrom versorgen können“, sagt Jürgen Czernohorszky.

Photovoltaik-Freiflächenanlagen notwendig
Doch ohne die großen Freiflächen sind alle Pläne Makulatur. Die Erfahrungen und das Wissen dazu in Österreich wachsen. Um die zukünftige Entwicklung der PV-Freiflächenanlagen verantwortungsvoll zu steuern, wollen Kathrin Kollmann von PV-Austria und Raffael Koscher vom Österreichischen Institut für Raumplanung eine Orientierung zur Raumverträglichkeit der Photovoltaik in der Landschaft geben.

Nur acht Jahre Zeit
„Das EAG sieht vorrangig einen Ausbau der Photovoltaik auf den Dächern vor“, sagt Kollmann angesichts des 25-prozentigen Abschlags für Freiflächenanlagen. Gleichzeitig verweist sie auf die begrenzten Dachflächen, auf die aus heutiger Sicht realistischer Weise PV-Anlagen installiert werden können. Zur Zielerreichung bis 2030 ergänzt Raffael Koscher „Wir haben nur acht Jahre Zeit. Deshalb sollte man zwar weiterhin vorrangig auf Gebäuden bauen, doch wir brauchen auch die schnelle Kilowattstunde. Die bekommen wir derzeit nur auf der Freifläche.“ Deshalb soll gemeinsam eine Leitlinie für die Planung von Freiflächenanlagen erarbeitet werden, damit deren ökologischer Wert erhalten bzw. verbessert wird.

Innovativste Anlagen gesucht
Bereits zum dritten Mal wurde im Zuge der Tagung der Innovationsaward für integrierte Photovoltaik ausgelobt. Bis 8. Februar 2022 können Projekte bei denen Photovoltaik in Bauwerke, in den Verkehrs- oder den Landwirtschaftsbereich integriert werden eingereicht werden. Eine internationale Expertenjury wählt die besten Projekte aus.

Nachschau unter: www.pvaustria.at/fachtagung-pv-speicher

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