Die Kleinwindkraftanlagenbranche erlebt zurzeit einen kleinen Boom. Überall wachsen neue Kleinwindräder aus der Erde. Doch was genau sind sie? sollte man sich auch so ein Minikraftwerk aufstellen? Zahlt sich das aus?
Vor allem hohe Anschaffungs- und Wartungskosten treiben die Amortisationsdauer in die Höhe.
Windräder werden hauptsächlich über ihre Leistung definiert. Die Definition im Bereich der Kleinwindkrafträder ist eher unscharf: Während in Wien ein „Kleinwindrad“ bis zu 250 kW produzieren darf, sind es in Kärnten nur etwa 5 kW. Üblicherweise liegen die Leistungen von Windkraftanlagen für Einfamilienhäuser in dem Bereich < 1 kW bis 5 kW. Nur selten werden bei privaten Anlagen bis 10 kW und darüber installiert. Kraftwerke mit einer Leistung von 5 bis 100 kW finden hauptsächlich in Gewerbegebieten und der Landwirtschaft Anwendung.

Was bringen sie und können Kleinwindkraftwerke überhaupt den eigenen Stromverbrauch decken? Und lässt sich damit obendrein noch Geld verdienen?


Die abgegebene Leistung der Anlagen hängt hauptsächlich von der Bauart und dem Standort (Wind+Rauigkeit) ab. Rein theoretisch gesehen können Kleinwindräder den Hausbedarf decken. Der durchschnittliche Haushalt verbraucht ca. 3.500 kWh im Jahr. Dieser Wert kann mit einer 5kW Anlage die 700 Volllaststunden leistet, erreicht werden. Volllaststunden bezeichnet als theoretischer Wert die aufsummierten Stunden im Jahr, in denen die Anlage ihre Leistung abgibt (halbe Leistungen etc. werden sozusagen aufsummiert). Kleinwindkraftanlagen leisten etwa 300 bis 1.000 Volllaststunden im Jahr.

Die Rechnung geht so: Bei 3.500 kWh Jahresverbrauch zahlt der Endverbraucher in der nahen Zukunft geschätzte 1.000 € pro Jahr an den Energieversorger. Der Preis für den Kauf und die Errichtung einer Kleinwindkraftanlage hängt stark vom Anlagentyp ab. Bei einem Anschaffungspreis von 25.000 € hätte sie sich nach 25 (!) Jahren amortisiert. Doch dabei sind Kosten für Reparatur und Wartung noch gar nicht berücksichtigt und zusätzlich sollte man die Lebensdauer der Anlage beachten.

Lange Amortisationszeit:

Einer Studie des Fraunhoferinstituts zufolge belaufen sich die Betriebskosten von SAnlagen auf durchschnittlich 3,5 Cent/kWh und bei kleineren XSAnlagen auf durchschnittlich 16 Cent/kWh(!). Beachtlich ist die Differenz der Betriebskosten (diese sind exklusive Investitionskosten) und dem Endverbraucherpreis (20 Cent/kWh) die nur 4 Cent beträgt. Datengrundlage der XSAnlagen waren 35 Kleinwindanlagen die von 1990 bis 1996 installiert wurden. Die hohen Kosten/kWh resultieren aus niedrigem Ertrag und kostspieligen Reparaturen.

Dann würde unser Beispiel so aussehen:

  • Verbrauch: 5.000 kWh / Jahr
  • Kosten beim Bezug des Stroms aus dem Netz (20 ct/kWh) = 1.000 €
  • Kosten einer 5 kW Anlage: 25.000 € netto Volllaststunden/Jahr: 1.000
  • Erzeugte Energie/Jahr: 5.000 kWh
  • Amortisation ohne Wartungskosten (WK): 25 Jahre
  • Amortisation mit WK von 3,6 ct/kWh: 30 Jahre
  • Amortisation mit WK von 16,0 ct/kWh: 125 Jahre

Man sieht schnell, dass derartige Anlagen nur bei Spezialanwendungen (Berghütten, Forschungsstationen o.ä.) passend erscheinen, während die Amortisation viele Jahre bzw. unmöglich ist. Erst wenn die Anlagen in der Anschaffung günstiger werden und sehr wartungsfrei funktionieren, sind Amortisationszeiten von 10 oder 15 Jahren möglich.

Bild: kleinwindanlagen.de

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