Die Menschheit ist in den roten Zahlen, das Jahresbudget der Natur ist aufgebraucht.
Die Menschheit hat heuer in weniger als neun Monaten ihr gesamtes Jahresbudget der globalen Umweltressourcen für 2010 aufgebraucht. Morgen am 21. August ist der so genannte "Overshoot Day". Diese alarmierende Warnung ergibt sich aus den neuesten Berechnungen des Global Footprint Network, an dem auch der WWF und die Plattform Footprint aktiv beteiligt sind.
Das Global Footprint Network, eine Umweltforschungsorganisation mit Sitz in Kalifornien, berechnet jährlich das auf der Erde verfügbare "Natur-Einkommen" (die natürlichen Ressourcen, die sich in einem Jahr wieder erneuern können, auch "Biokapazität" genannt), und vergleicht es mit den "Ausgaben" (die für unseren Lebensstil, für die Produktion der Güter und für den Ausgleich der CO2-Emissionen erforderlichen Natur-Ressourcen - auch "ökologischer Fußabdruck" genannt) der Menschheit.

Die aktuellen Analysen ergeben, dass heuer bereits am 21. August 2010 die Menschheit alles verbraucht hat, was die Natur für das ganze Jahr an Biokapazität bereitstellen kann. Ab diesem Tag wird die Menschheit bis zum Jahresende über die Verhältnisse leben - sozusagen auf Pump. "Wer in neun Monaten sein gesamtes Jahreseinkommen verbraucht, hätte allen Grund zur Sorge", sagt Mathis Wackernagel, Präsident des Global Footprint Network-Netzwerks.

Die Auswirkungen bekommen wir laut GLOBAL 2000 schon jetzt zu spüren: „Klimawandel, Ölkatastrophen, zerstörte Ökosysteme, schrumpfende Wasserreserven und Wälder, aussterbende Arten. So dürfen wir nicht mit den Lebensgrundlagen kommender Generationen umgehen und die bittere Rechnung unseren Kindern überlassen", meint Simonne Baur, GLOBAL 2000-Sprecherin.

Dass die Berechnungen der von Global Footprint Network beschäftigten Wisschenschafterinnen und Wissenschafter auf den Tag genau stimmen, ist eher unwahrscheinlich. „Das Ergebnis solcher Analysen hängt natürlich immer stark vom verwendeten Berechnungsmodell und der entsprechenden Methode ab, erklärt dazu Professor Werner Pleschberger von der Universität für Bodenkultur in Wien.

Im letzten Jahr hatte das Global Footprint Network beispielsweise noch den 25. September als „Earth Overshoot Day“ angegeben und musste sich heuer prompt korrigieren. Methodische Verbesserungen bei den Berechnungen hätten eine präzisere Festlegung auf den 25. August 2009 möglich gemacht, so die Forscher. Tendenziell kommt der „Overshoot Day“ bisher aber trotzdem jedes Jahr etwas früher.

Für Wolfgang Pekny, Geschäftsführer der Plattform Footprint aber noch kein Grund seinen Optimismus zu verlieren: "Zum einen sind die Technologien, mit denen wir den Overshoot reduzieren könnten, bereits verfügbar und zum anderen werden viele der wirkungsvollen Veränderungen unsere Lebensqualität sogar erhöhen. So wird eine allgemeine ”Entschleunigung” - weniger produzieren und weniger konsumieren - mehr wertvolle Zeit zum 'Guten Leben' für alle bringen."

Um Ihren persönlichen Ökologischen Fußabdruck zu berechnen und Verbesserungsmöglichkeiten zu analysieren, nutzen Sie bitte www.mein-fussabdruck.at. Mehr Hintergrundinformation auf www.footprint.at/overshoot2010.htmlQuelle: ots.at
Bild: wikimedia commons

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