Der Markt in China und Indien wächst- erneuerbare Energien werden weltweit weiter ausgebaut.
Erneuerbare Energien boomen in Asien.
Die Entwicklung der erneuerbaren Energien in Indien und China ist Teil der neu erschienenen Studie „Erneuerbare Energien: vom Nischen- zum Massenmarkt der Bank Sarasin. Indien ist als weltweiter Wachstumstreiber auf eine intakte Energieversorgung angewiesen. Bisher dominierten importierte fossile Brennstoffe, dies soll sich nun ändern: Das bestehende Defizit in der Energieversorgung und die steigende Energienachfrage will die indische Regierung vermehrt durch einheimische erneuerbare Energien decken. Dieses Ziel eröffnet indischen Herstellern von Wind- und Solaranlagen neue Perspektiven. ??Indien wird sich in den kommenden Jahren zu einem wichtigen Markt für erneuerbare Energien entwickeln. Schon heute besteht zu Spitzenzeiten ein Stromdefizit von 12%, über 300 Millionen Menschen besitzen in Indien keinen Zugang zu Elektrizität. Ziel der indische Regierung ist, bis 2020 rund 20% ihres Energiebedarfs aus erneuerbaren Quellen zu gewinnen. Im Staatsbudget 2010/11 sind Fördermaßnahmen für saubere Technologien in Höhe von rund USD 1 Mia. vorgesehen. 2009 wurden in Indien 2,33 GW an erneuerbaren Energiekapazitäten angeschlossen. Dadurch stiegen die Gesamtkapazitäten an grüner Energie auf 16,8 GW. Indien setzt dabei vor allem auf Solar- und Windenergie.

Dank idealer Sonneneinstrahlung und stattlicher Förderungsmassnahmen hat die Solarenergie in Indien eine grosse Zukunft. Gemäss den Prognosen der Bank Sarasin wird die Installation von Solarmodulen in Indien – ausgehend von einem vergleichsweise tiefen Niveau – von 2010 bis 2012 mit einer jährlichen Wachstumsrate von 100% zunehmen. Relevant sind dabei kleine netzunabhängige Photovoltaik-Anlagen ("Solar Home Systems"). Bei sinkenden Preisen werden diese für die breite ländliche Bevölkerung, die oftmals noch über keinen Anschluss ans Elektrizitätsnetz verfügen, erschwinglich. Am Erfolg der Solarenergie werden beispielsweise Moser Baer, ein führendes indisches Technologieunternehmen, das auch Solarzellen produziert, sowie Tata BP Solar, ein Joint Venture zwischen Tata Power Company und BP Solar partizipieren. ??Bei der Windenergie wird in Indien erst ein Viertel des Potenzials genutzt. Das Land besitzt gesamthaft Windenergiekapazitäten von 11 GW. Damit ist Indien weltweit der fünftgrösste Windstromerzeuger. Es wird davon ausgegangen, dass bis 2030 15% des indischen Energiebedarfs durch Windenergie gedeckt sein werden. Davon wird der indische Windturbinenhersteller Suzlon profitieren, der einen Anteil von 12% am Weltmarkt und 50% am indischen Markt hat.

"Das bestehende Defizit in der Energieversorgung und die steigende Energienachfrage in den nächsten 20 Jahren machen Indien zu einem interessanten Markt für erneuerbare Energien. Die indische Regierung hat die Zeichen der Zeit erkannt: Sie will bis 2020 nicht nur 20% des Energiebedarfs durch erneuerbare Quellen erzeugen, sondern auch die Treibhausgas-Emissionen senken. Der Treibhauseffekt ist für Indien ein sehr wichtiges Thema, denn gemäss verschiedenen Prognosen wird dieses Land überdurchschnittlich von diesen Auswirkungen betroffen sein. Mit seinen klaren Zielen könnte Indien für andere Schwellenländer zu einem Vorbild werden." meint Dr. Matthias Fawer, Sustainability Research der Bank Sarasin & Cie AG. ??Die langfristigen Aussichten für den Investor sind weiterhin intakt. Die Aktienkurse – speziell der reifen Wind- und Solarbranche – werden sich jedoch in den kommenden Jahren vermehrt der allgemeinen Börsenentwicklung anpassen. Bei einer zukünftigen Titelselektion aus dem Bereich erneuerbare Energien geht es darum, vermehrt auf neue verheissungsvolle Technologien zu setzen, ohne dabei mögliche Risiken ausser Acht zu lassen.

Auch China setzt zunehmend auf erneuerbare Energien. Hier profitieren diese insbesondere von den "grünen Stimuluspaketen", mit denen auch andere Regierungen auf die diesbezügliche Entwicklung einwirken. Das weltweite Investitionsvolumen dieser Pakete stieg seit der letzten Nachhaltigkeitsstudie der Bank Sarasin auf insgesamt USD 521 Mia. Die Bank Sarasin schätzt, dass im Jahr 2009 rund USD 82 Mia., d. h. erst 16% des Gesamtbetrages, ausgegeben worden sind. 2010 könnten die Ausgaben deshalb noch auf rund USD 248 Mia. (48% des Gesamtbetrages) ansteigen.


Quelle: oekonews.at
Bild: wikimedia commons

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