Die Stromnetze behindern den Ausbau der Erneuerbaren Energien. Sagen viele Mitglieder der Photovoltaik Austria.

Stromkabel
Überlastete Netze bremsen die Energiewende: Das Bild zeigt den Kabelsalat in Chile. Foto: Herbert_Starmühler

Die Energiewende ist in den Köpfen der Menschen angekommen, aber nicht bei den Netzbetreibern. So könnte man eines der Ergebnisse interpretieren, die eine Umfrage des PV-Verbands in Österreich hervorbrachte.

Knapp zwei Drittel der Mitgliedsunternehmen des PV Austria beklagen die Hindernisse beim Netzzugang geplanter Anlagen. Nach Lieferengpässen und Preissteigerungen ist das schon das dritthäufigst genannte Problem. „Diese Hürde für den PV-Ausbau ist rein hausgemacht. Als Verband kritisieren wir die Unzulänglichkeiten rund um das Thema Stromnetz bereits seit Jahren, jetzt werden sie immer eklatanter und zum größten Hindernis der Energiewende mit Solarstrom“, skizziert Vera Immitzer, die PVA-Geschäftsführerin, ein Schwerpunktthema des Verbands.

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Herausforderungen für den PV-Ausbau im Unternehmen. Quelle: Mitgliederbefragung Bundesverband Photovoltaic Austria. 2022.

Dies betrifft in der Realität gravierende Ausbaubeschränkungen, weil Transformatoren oder Umspannwerke genauso langsam ertüchtigt werden, wie der Leitungsausbau forciert wird. Viele PV-Willigen bekommen einfach keinen oder nur einen sehr verminderten Netz-Zugang.

Dabei wäre das Geschäft endlich da: Die Unternehmen erfreuen sich am Photovoltaik-Boom, die Auslastung für das Jahr 2021 war durchwegs sehr stark. Gleichzeitig sieht sich die Branche mit großen Herausforderungen konfrontiert. „Wir führten die Mitgliederbefragung kurz vor Ausbruch des Ukraine-Kriegs durch, wir gehen davon aus, dass aufgrund der aktuellen energiepolitischen Entwicklungen einige Ergebnisse heute ein wenig anders ausfallen würden“, erklärt Vera Immitzer,  „Die Erwartungen für die diesjährige Auslastungen waren bereits vor dem Krieg sehr hoch“, bestätigt Immitzer die nun noch stärkere Nachfrage.

Preise bleiben hoch

Wurden PV-Module und Komponenten im letzten Jahrzehnt stetig günstiger, sind diese Zeiten nun endgültig vorbei. „Wir gehen davon aus, dass nach den aktuellen Preissteigerungen, aufgrund der hohen weltweiten Nachfrage, den fehlenden Bestandteilen und den reduzierten Produktionskapazitäten, sowie Logistik-Ausfälle, langfristig der Preis auf einem höherem Niveau als zuletzt bleiben wird.“, schildert Immitzer die zukünftigen Kosten der PV-Technologie.

(hst)

 

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