Expertise - 15.05.2018
Laut einer Studie der Universität Stuttgart sind die in Solarmodulen enthaltenen Schadstoffe, anders als bisher angenommen, wasserlöslich.
Umweltgefahren entstünden mit Sicherheit dann, wenn Module oder Teile davon über normale Abfallbehälter, Glascontainer oder auf anderen Wegen z.B. in Erddeponien oder im Unterbau von Straßen landen und dort verbleiben, heißt es. Foto: pixabay.com

Das Forschungsprojekt „Schadstoffe aus Photovoltaik-Modulen“ des Stuttgarter Instituts für Photovoltaik (ipv) und des Instituts für Siedlungswasserbau, Wassergüte und Abfallwirtschaft (Iswa) war Ende 2014 gestartet und hatte untersucht, ob die in den vier wichtigsten Photovoltaik-Technologien verwendeten Schadstoffe wasserlöslich sind. Entgegen früherer Annahmen zeige nun das Ergebnis der Untersuchungen, „dass Schadstoffe wie Blei oder das karzinogene Cadmium aus den Bruchstücken von Solarmodulen über einen Zeitraum von mehreren Monaten etwa durch Regenwasser fast vollständig herausgewaschen werden können“, berichtet „welt.de“ online.

Die ForscherInnen betonen angesichts der weiten Verbreitung von Solarmodulen die Wichtigkeit einer möglichst lückenlosen Rückholung alter Solarmodule und des Recyclings, heißt es weiter. Kritisch seien vor allem auch die möglichen Umweltrisiken durch den Einsatz schadstoffbelasteter Module in Entwicklungsländern, in denen es keine Abfallentsorgungssysteme gibt.

Zwar habe die EU die Verwendung giftiger Schwermetalle, insbesondere bleihaltigen Lötzinns, 2006 in der RoHS-Richtlinie für die Elektroindustrie untersagt. Photovoltaikmodule blieben jedoch von dieser Vorschrift befreit, so „welt.de“: „Nach Einschätzung der Stuttgarter Forscher könne auch in der Solarindustrie heute bleihaltiges Lötzinn‚ mit ‘geringem Mehraufwand‘ durch bleifreie Verbindungen ersetzt werden.“

Der einfachste Weg, wenigstens in Europa Umweltgefahren durch Schadstoffe zu vermeiden, wäre, PV-Module in die RoHS-Richtlinie der EU aufzunehmen, meinen die ForscherInnen laut "welt.de". Allein durch ein Verbot von Blei im Lötzinn der Module wären auf einen Schlag 97 Prozent der Photovoltaikmodule - ausgenommen CdTe-Module - schadstofffrei. (cst)

Bericht „welt.de“

Forschungsprojekt „Schadstoffe aus Photovoltaik-Modulen“ 

Webseite Stuttgarter Institut für Photovoltaik 

Webseite

Kommentar schreiben

Wir verwenden Cookies, um unsere Webseite benutzerfreundlicher zu gestalten. Wenn Sie diese Webseite nutzen, akzeptieren Sie die Verwendung von Cookies.