Jetzt müssen nicht mehr alle Eigentümer zustimmen – nur mehr die zustimmende Mehrheit aller Rückmeldungen ist erforderlich.

Garage mit Ladesäulen
De Zukunft beginnt – Ladestellen in Garagen von Mehrfamilienhäusern sind nun leichter durchsetzbar. Foto: N-ergie

A bissl was geht immer2: In Österreich haben sich ÖVP und Grüne auf eine Verbesserung des Zugangs für E-Autos in den Garagen der Mehrfamilienhäuser geeinigt.

Derzeit können Wohnungseigentümer*innen mit Zustimmung der anderen Wohnungseigentümer*innen Änderungen an einer Wohnung bzw. einem Abstellplatz bereits vornehmen, wie zum Beispiel eine Einzelladestation installieren. „Es ist aber schwierig, diese Zustimmungen zu bekommen, weil einerseits die Adressen manchmal nicht bekannt sind und andererseits andere Wohnungseigentümer*innen häufig gar nicht reagieren. Das wird mit dem neuen Gesetz erleichtert“ erklärt der ElektroMobilitätsClub Österreich (EMC).

Erleichterungen bei der Errichtung von Einzelanlagen
Künftig soll die Zustimmung bei bestimmten Ladestation bereits dann als erteilt gelten, wenn man die anderen Wohnungseigentümer*innen von der geplanten Änderung ordnungsgemäß verständigt und diese nicht binnen einer Frist von zwei Monaten widersprechen („Zustimmungsfiktion“). Es wird zudem klar geregelt, wie Wohnungseigentümer*innen zu diesem Zweck die Kontaktadresse der anderen Wohnungseigentümer*innen erhalten können.

Erleichterungen bei weiteren baulichen Vorhaben
Zusätzlich zum Einbau von Ladestationen wird auch die Möglichkeit weiterer baulicher Vorhaben im gemeinsamen Wohnungseigentum erleichtert: Künftig wird etwa die behindertengerechte Ausgestaltung eines Wohnhauses – Stichwort Barrierefreiheit – leichter möglich sein. Das gleiche gilt für den Einbau einbruchsicherer Türen. Auch Einzel-Photovoltaikanlagen und Beschattungsvorrichtungen werden in Zukunft leichter installiert werden können. Ein weiterer wichtiger Beitrag zum Klimaschutz.

Ein entsprechender Gesetzesentwurf sei mit dem Koalitionspartner abgesprochen und solle mit Beginn 2022 in Kraft treten. Derzeit sind rund 50.000 reine Elektroautos und knapp 100.000 Hybrid-Autos auf den Straßen unterwegs.

Mehr unter: https://infothek.bmk.gv.at/right-to-plug-novelle-zum-wohnungseigentumsgesetz-im-ministerrat-beschlossen 

2A bissl was geht immer: Ostösterreichisch für „Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen – aber es lebt“.

KOMMENTAR

Tatsächlich sind es schon viele Jahre, in denen (verhinderte) Elektromobilisten darum baten, man möge die Zugangs-Regelungen verbessern. Die jetzt durchgesetze Lösung (den GRÜNEN in der Regierung sei Dank!) schaut zwar nicht wahnsinnig wichtig aus. Ist sie aber. Denn die Autowende wird letztlich in den Städten entschieden. Millionen von Menschen leben hier, viele würden gerne ein elektrisches Stadtauto kaufen statt eines Verbrennungsmotorfahrzeuges. Doch weil die Installation einer Ladestelle (auf eigene Kosten) in der Garage von über 50 % ALLER Wohnungsbesitzer erlaubt werden musste, war es vielfach aussichtslos. Nun kann es leichter dahingehen. Dank an die Verhandler!

Herbert Starmühler, Herausgeber www.energie-bau.at

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