Kommentar von Felix Montecuccoli
Präsident der Land&Forst Betriebe Österreich
Der Klimawandel wird mit jedem Tag spürbarer und Österreich muss im Sinne der gesamten Bevölkerung alles daran setzen, Energie aus grünen Quellen zu beziehen.  
Durch Biomassekraftwerke kann Schadholz einen neuen Nutzen finden. Foto: pxhere
Die Erhaltung von Biomassekraftwerken sichert nicht nur Strom und Wärme aus erneuerbarer Energie, sondern auch die Wertschöpfung sowie rund 6.400 Arbeitsplätze im ländlichen Raum. Heute noch auf Kohle, Öl oder Gas zu setzen, ist ein gefährlicher Weg in die Sackgasse. Wer Ökostrom abdreht, dreht Atomstrom auf. 

Die Blockade der SPÖ im Bundesrat für Überbrückungsförderung der Biomassekraftwerke am 14. Februar 2019 war für mich völlig unverständlich – geht es doch hier gerade um ein Problem der ländlichen Regionen, die im Bundesrat vertreten werden sollen. Umso mehr begrüße ich die Beharrlichkeit von Bundesministerin Köstinger, die bereits am Tag danach eine alternative Lösung zum Weiterbetrieb der Biomassekraftwerke präsentiert hat.  

Das angekündigte Biomasse-Grundsatzgesetz kann mit einer einfachen Mehrheit im Nationalrat beschlossen werden. Ausgehend von dem bundesgesetzlichen Rahmen können die Bundesländer anschließend jeweils eigene Ausführungsgesetze beschließen.  

Das Nein der SPÖ ist für mich nicht verständlich, immerhin ging es um eine Überbrückungsmaßnahme, also lediglich um eine Verlängerung des Gesetzes, das unter der damaligen SPÖ-ÖVP-Regierung beschlossen wurde. Eine Verlängerung der Tarife für Holzkraftwerke, deren Verträge zwischen 2017 und 2019 auslaufen bzw. ausgelaufen sind, ermöglicht den Fortbestand der Holzkraftwerke bis zum Inkrafttreten des angekündigten Gesamtkonzeptes im Erneuerbaren-Ausbau-Gesetzes (EAG) 2020. 

Aktuell sind die heimischen Waldeigentümer in vielen Regionen damit beschäftigt, große Mengen an Schadholz aufzuarbeiten. Holzkraftwerke stellen hier eine unverzichtbare Verwertungsschiene für niederwertige Holzsortimente und Schadholz dar. Es ist nicht nur sinnvoll und logisch, aus Schadholz – das weder von der Säge- oder Platten- noch von der Papierindustrie verarbeitet wird – Bioenergie zu produzieren, sondern in Zeiten des Klimawandels oberstes Gebot.  

Das Holz ist vorhanden, die Kraftwerke sind vorhanden und es muss kein Atomstrom zugekauft werden. Schadholz, das durch die Effekte der Klimaveränderung anfällt kann so noch gegen eine weitere Verschlechterung eingesetzt werden. Klimaverträgliche Energieversorgung auf Basis erneuerbarer Biomasse ist zudem der erste und dringend notwendige Schritt in Richtung einer nachhaltigen Bioökonomie.
Felix Montecuccoli

Felix Montecuccoli

Präsident der Land&Forst Betriebe Österreich

Als Interessenvertretung der Eigentümer_innen von land- und forstwirtschaftlich bewirtschaftetem Boden sprechen wir für 640 heimische Forst- und Landwirtschaftsbetriebe.

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