Eine Feldforschung ergab Ernüchterndes: Pellets-Öfen in Einfamilienhäusern erfüllen die möglichen Jahres-Nutzungsgrade bei weitem nicht.


Zwei Jahre lang, 2008 - 2010, kontrollierten die Forscher der Universität Karlsruhe im Rahmen ihres deutsch-französischen Forschungsverbundes  EIFER (EUROPEAN INSTITUTE FOR ENERGY RESEARCH) die Pellets-Heizungen im Raum Karlsruhe. Ausgewählt wurden neun Anlagen mit Leistungen von 10-48 Kilowatt, davon sechs mit zusätzlicher Solarkollektoren und acht mit Pufferspeichern. Ziel war es u.a., Klarheit über die Effektivität der Heizsysteme zu bekommen.

Der "Prospekt"-Wirkungsgrad von über 90 %, den die Hersteller aufgrund von Teststand-Messungen angeben, spiegelt sich allerdings bei weitem nicht im Jahres-Nutzungsgrad wieder. Nichtoptimale Temperaturverläufe, Teilladungen, ungünstige Start-Stopp-Phasen und unzureichender Service waren die Hauptgründe für die geringeren Ergebnisse. Dabei mussten alle Geräte (alle vom selben Hersteller) jünger als 5 Jahre sein. Die gemessenen Jahres-Nutzungsgrade lagen allesamt zwischen 70 und 85 %, wobei fast alle Anlagen nach einem Wartungs- und Optimierungsschritt verbesserte Werte von 4-9 Prozentpunkte erreichten (aber eben maximal 85 %).

"Es ist also so, dass der Einfluss des Installateurs, der hydraulische Abgleich und die laufende Wartung einen nicht unbeträchtlichen Einfluss auf den Jahres-Nutzungsgrad haben" erklärt Studenleiter Christian Schraube gegenüber "energie-bau.at".  Die Krux ist, dass der Pellets-Verbrauch und damit der Jahres-Nutzungsgrad bei Pelletsofen für die Enduser nicht leicht gemessen werden können. Fehlsteuerungen oder schlampige Justierungen führen somit jahrelang zu schwächeren Effizienzen, ohne dass dies bemerkt wird.

Mehr darüber lesen Sie in der nächsten Ausgabe der Zeitschrift "energie:bau".

Quelle: EIFER
Foto: D-Kuru

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