Das für vier Jahre anberaumte Leitprojekt des Klima- und Energiefonds will neue Strategien für die Flexibilisierung von Wärmenetzen entwickeln.
Die Pilotprojekte im Rahmen von ThermaFLEX sollen möglichst viele unterschiedliche technische Maßnahmen und Wärmequellen abdecken. Foto: Klimafonds / Ringhofer
Rund 5.400 Kilometer Wärmeleitungsinfrastruktur sind in Österreich derzeit verlegt, die an Kläranlagen sowie Industrie- und Gewerbebetrieben vorbeiführen, deren Rest- und Abwärme vielfach genutzt werden könnte. Auch an Freiflächen, auf denen Solarwärmeanlagen und Wärmespeicher installiert werden könnten, geht der Weg vorbei - solche alternativen Energiequellen zukünftig für die Wärmenetze zu erschließen, hat sich das Projekt ThermaFLEX zum Ziel gesetzt.

27 Projektpartner aus Energiewirtschaft und Forschung sowie Technologieanbieter werden daher in den kommenden vier Jahren die Umsetzung von sieben Demonstrationsanlagen zur Flexibilisierung von Wärmenetzen unterstützen. Eines der Vorhaben ist etwa die Kopplung der Biogas-Produktion in der Kläranlage im steirischen Gleisdorf mit der Energieversorgung der Stadt. Ein weiteres Projekt beabsichtigt, in der Stadt Salzburg zusätzliche industrielle Abwärme zu nutzen, weiters soll im Wiener Bezirk Liesing die im Kanalabwasser enthaltene Restwärme angezapft werden. Die übrigen vier Demonstrationsanlagen betreffen die Bezirksstädte Leibnitz und Weiz in der Steiermark sowie die Städte Salzburg und Wien, informiert der Klima- und Energiefonds in einer Aussendung. Als alternative großtechnische Wärmequellen sollen hier Industrieabwärme, Wärme aus Wärmerückgewinnung sowie Solarwärmeanlagen und Biomasse die Wärmenetze stützen und fossile Energieträger ersetzen.

Eine konsequente Integration von erneuerbaren Energien und Abwärme in die Wärmenetze der Zukunft würde nicht nur die Luft in den Städten verbessern, sondern auch beträchtliche Anteile an CO2-Emissionen vermeiden, die Versorgungssicherheit erhöhen und die Verbraucher langfristig vor steigenden Öl- und Gaspreisen schützen, heißt es weiter. Der Klima- und Energiefonds stellt für das Forschungsprojekt insgesamt rund 8 Millionen Euro an Fördermitteln zur Verfügung. Mit der Umsetzung erster Maßnahmen ist laut Aussendung schon Ende 2019 zu rechnen. (cst)

Projekt ThermaFLEX

Webseite Klima- und Energiefonds

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