Zukunft - 30.01.2018
Eine neue Studie der TU Wien zeigt, dass eine Wärmeversorgung mit erneuerbaren Energien technisch möglich und wirtschaftlich günstiger ist.

Mehr als ein Drittel des österreichischen Energieeinsatzes und rund 20 % des heimischen CO2-Ausstoßes wird für das Heizen aufgebracht, weil noch immer 60 % der Wärme aus fossiler Energie erzeugt wird. Foto: pixabay.com

Die Ergebnisse der Studie „Wärmezukunft 2050“ zeigten, dass eine Energiewende im Wärmebereich möglich sei und jährlich sogar an die drei Milliarden Euro an Heizkosten eingespart werden könnten, so der Dachverband Erneuerbare Energie Österreich (EEÖ) in einer Aussendung. „Dies ist allerdings nur möglich, wenn ein ganzes Bündel von politischen Maßnahmen von der Politik gesetzt wird“, wird Studienautor Lukas Kranzl der Energy Economics Group der TU Wien zitiert. Dazu zählten zum Beispiel die Änderung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und das Ende der steuerlichen Bevorzugung von Heizöl.

Nach derzeitigem Stand werden sich bis 2030 die Verkaufszahlen von Biomassekesseln nahezu vervierfachen, während der Holzverbrauch sinkt, so die TU-Studie. Gebäude seien in Zukunft immer besser gedämmt und durch den technologischen Fortschritt werden die Heizsysteme ebenfalls noch besser und effizienter. Ähnlich verhalte es sich mit dem Stromverbrauch. „Obwohl die Wärmepumpen 2050 ein Drittel der Wärmeversorgung bereitstellen, sinkt in Summe der Stromverbrauch im Wärmesektor“, so Michael Hartner von der TU. „Voraussetzung dafür ist, dass Stromdirektheizungen weitgehend durch andere Systeme ersetzt und Wärmepumpen nur in Verbindung mit niedrigen Vorlauftemperaturen eingesetzt werden.“ In Summe sinke der Endenergiebedarf für die Wärmebereitstellung bis 2050 etwa auf die Hälfte des heutigen Standes von ca. 100 TWh auf 50 Twh.

Die umfassende Sanierung des Gebäudebestandes, die die thermische Sanierung ebenso wie die Erneuerung der Heizanlage umfasst, sei dabei eine Notwendigkeit für die Wärmewende. Nur so könne der Gesamtenergiebedarf halbiert, der Stromverbrauch gesenkt, der Biomasseverbrauch konstant gehalten und der Erdgasverbrauch auf Biogas und Power-to-Gas umgestellt werden. Werde die Sanierung des Gebäudebestandes vernachlässigt, würden die falschen Heizungsanlagen eingebaut und es entstünden sogenannte Lock-in-Effekte – die Wärmewende schlüge fehl, heißt es.

Die zusätzlichen Investitionen in thermische Sanierungen sowie der Umstieg von fossilen Heizsystemen auf Erneuerbare würden zu einem jährlichen Beschäftigungszuwachs von 2,5 % zwischen 2020 und 2030 und von 2,4 % zwischen 2030 und 2040 in den betroffenen Branchen führen. „In Summe sind die langfristigen Einsparungen höher als das nötige Investitionsvolumen“, erklärt Andreas Müller von der TU Wien. „Insgesamt zeigt sich, dass die Nutzung von Kohle und Heizöl gänzlich ausläuft und der Einsatz von Erdgas kontinuierlich reduziert werden muss sowie der verbleibende Anteil sukzessive durch Biogas und Wasserstoff zu ersetzen ist.“

Studie „Wärmezukunft 2050“

Dachverband Erneuerbare Energie Österreich 

Kommentare  

#2 Werner Vogel 2018-02-01 14:50
Zum Artikel von Fr. Trebut:
Ihr Projekt ist hervorragend gemacht, wir machen die Massespeicher in Einfamilienhäus ern seit 15 Jahren.Überdies haben wir eine Variante entwickelt um von der Thermischen Solaranlage direkt in die FBH zu speisen.Da die Solarflüssigkei t und hohe Temperaturen im Sommer das größte Problem darstellen mache ich derzeit den Versuch ganzjährig ohne Frostschutz mittel die Solaranlage zu betreiben.Das ist sehr einfach und siche,auf jeden Fall kostengünstiger .
#1 Werner Engel 2018-02-01 11:29
Das setzt jedoch voraus, dass der Strompreis nicht deutlich billiger wird. Interessant wäre, ob es Untersuchungen gibt, wie sich der Strompreis nach der Einführung von Fusionskraftwer ken entwickelt. Die "Treibstoffkost en" für Fusion von Wasserstoff, liegen sicher deutlich niedriger als bei Uran, Gas, Holz und Öl.

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