Mehr Effizienz und weniger Emissionen sind die Ziele des neuartigen Fördersystems für Hackschnitzel, das die TU Graz und die TU München mit weiteren Partnern entwickelt.
Das Greifer-Kransystem der TU Graz ermöglicht die Hackschnitzelentnahme von oben. Foto: © TU Graz
In Europa werden jährlich rund 700.000 Biomasseheizanlagen im niedrigen Leistungsbereich verkauft, laut Prognosen wird sich diese Zahl bis 2020 verdoppeln. Größtenteils werden diese Anlagen mit Hackschnitzeln befeuert, das EU-Projekt „BioChipFeeding“ optimiert nun, wie die Schnitzel in die Heizanlage kommen.

Derzeit liegen die Hackschnitzel in einem Bunker, werden durch eine Öffnung an der Unterseite entnommen und mit einer Förderschnecke zum Heizkessel transportiert. „Durch die Entnahme der Hackschnitzel von unten muss der gesamte Hackschnitzel-Berg sehr energieintensiv in Bewegung gebracht und 'umgerührt' werden“, so Christian Landschützer vom Institut für Technische Logistik der TU Graz. „Außerdem füttert man die Heizanlage quasi blind mit Hackschnitzeln, weiß also nicht, wie groß oder feucht die zugeführten Holzstücke sind. Und drittens ist ein Störfall in Rührwerk und Förderschnecke extrem zeit- und kostenintensiv: Bevor man irgendetwas reparieren kann, muss der ganze Hackschnitzelbunker entleert werden.“

Herzstück des neuen Hackschnitzelfördersystems ist daher das an der TU Graz entwickelte kombinierte Greifer-Kransystem, das die gezielte Hackschnitzelentnahme an der Oberseite des „Hackschnitzel-Bergs“ ermöglicht. „Unser System ist zudem mit Sensoren ausgerüstet, welche die Feuchte, die Korngröße und die Qualität der Hackschnitzel bestimmen können. Letzteres Merkmal lässt sich über die Farbe bestimmen und somit auf den Aschegehalt schließen und ist in der Verbrennung nicht unwesentlich. Wir schaffen somit eine bedarfsorientierte Zufuhr.“ Die Entnahme von oben sei zudem energieeffizienter, da nicht mehr das komplette Hackschnitzelgut bewegt werden muss, auch Wartung und Reparatur der Anlage gestalteten sich viel unkomplizierter.

Zwei Prototypanlagen wurden mittlerweile bei Projektpartnern in Betrieb genommen, jeweils geeignet für etwa 90 Tonnen Hackschnitzel. Bis Herbst diesen Jahres läuft der Probebetrieb, eine marktfähige Komplettanlage ist bereits in Planung.

BioChipFeeding

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