Das Thema Mikro-Kraft-Wärme-Koppelung wird nicht nur bei der Aquatherm 2012 stark vertreten sein, auch österreichische Firmen haben sich der kleinen Kraftwerke angenommen. Zahlreiche Anlagen sind erfolgreich im Betrieb – bei einer Pressefahrt des VÖK (Vereinigung Österreichischer Kessellieferanten) konnte man sich davon u?berzeugen.
Mikrokraftwerke-Anlagen sind bereits bei vielen Unternehmen erfolgreich im Einsatz, um Strom zu sparen. Foto: F. Katz
Heutige Großkraftwerke (insbesondere Wasserkraftwerke) produzieren in Österreich zu gu?nstigen Kosten Strom fu?r Industrie und Haushalte - deren Ausbau ist jedoch endlich. Wenn der derzeitige Stromverbrauch in Österreich weiter so ansteigt, ergibt dies in ca. 25 Jahren bereits eine Verdoppelung des Verbrauchs. Daher besteht schon heute die dringende Notwendigkeit, sich mit kreativen Stromerzeugungstechnologien, wie den mKWK’s, auseinander zu setzen. In Europa steigt die Nachfrage - in Österreich mu?ssen erst die Rahmenbedingungen geschaffen werden.

Firmen wie Bösch, die Energie Steiermark, KWD, ÖkoFen, SenerTec und Vaillant nahmen sich diesem Thema an und ließen Ende November die Presse einen Blick auf ihre mKWK-Anlagen werfen.

Bewährte Technologie
Was ist so faszinierend beim Einsatz eines Stirling- bzw. Ottomotor, in Kombination mit einem Brennwertgerät? Mit den Motoren kann dezentral Strom und Wärme primär fu?r die Grundlast produziert werden. Zur thermischen Spitzenlastabdeckung dient ein Brennwertgerät, der elektrische Mehrverbrauch wird u?ber das Stromnetz abgedeckt. Das neu erwachte Interesse liegt somit in der intelligenten Kombination dieser Technologien. Mit dem Konzept der „kleinen dezentralen Einheiten“ kann bei richtiger Dimensionierung der Großteil des Wärme- und Strombedarfs eines Objektes vor Ort abgedeckt werden. „Immer dann, wenn der Wasserkraftanteil gering ist, wird auch thermische Energie zur Gebäudeheizung benötigt. Daher fu?gen sich mKWK´s harmonisch in die saisonalen Stromprofile der österreichischen Wasserkraft ein“, weiß Georg Patay, Leiter Marktentwicklung bei der Vaillant Group Austria.

Durch dezentrale Energieerzeugung entstehen keine Leitungsverluste und die Energie wird direkt beim Verbraucher produziert. Dadurch ergibt sich eine CO2-Einsparung von bis zu 60 % im Vergleich zum herkömmlichen System. „Bei Heizung- und Brauchwasser-Bereitung mit ungefähr 2.200 Stunden pro Jahr können somit bis zu 2.200 kWh elektrische Energie gewonnen werden. Stromkostenersparnis in Höhe von zirka 300 Euro und Emissionseinsparung von zirka 750 kg CO2 sind möglich. Ziel ist es die Anlagen im kommenden Jahr am Markt einzufu?hren“, hieß es bei der Präsentation von Seiten der Firma Bösch.

Im großen Anlagensegment ist die kombinierte Nutzung, also die Abarbeitung von hohen Temperaturen im Generator zu Strom und die niedrigeren zu Wärme, schon lange ein Thema. Hier handelt es sich aber immer primär um Kraftwerke, die das Kuppelprodukt Wärme als Fernwärme verkaufen. Dies ist aber aufgrund langer Zuleitungswege nicht immer wirtschaftlich darstellbar. Auch im mittleren Leistungsbereich (30 kWel bis 1 MWel) hat sich diese Technologie bereits durchgesetzt. Auch hier stand primär der stromgefu?hrte Betrieb im Vordergrund. Der wirtschaftlich optimale Betrieb ergibt sich wärmegefu?hrt, wobei die Auslegung zum Ziel hat, mit der Grundlast Strom und Wärme zu produzieren und Spitzen an Wärmebedarf gesondert bereit zu stellen. In den nächsten Monaten werden weitere mKWK`s in Österreich auf den Markt kommen - jeder namhafte Hersteller wird damit präsent sein.

www.heizungs.org

Kommentare  

#1 Bernhard Enzesberger 2011-12-15 12:03
Ein starker Trend muss noch immer nichts Kluges sein. "Keine Leitungsverlust e", heißt es und vergisst dabei die Gasleitungen. Gibt es für Vergleichsrechn ungen nur ein "herkömmliches System"? Spielen Wirkungsgradket ten auch eine Rolle?
Es lebe das fossile Zeitalter.

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