Auch die Agrarwirtschaft wird – langsam – elektrisch. Die ersten selbstfahrenden Landmaschinen kommen auf den Markt.

Farmdroid Ackerroboter
Der Farm-Roboter zieht gemächlich seine Bahn und merkt sich jede einzelne Möhre. Foto: Farmdroid

Warum sollten Spargelfelder, Gurkenernte oder Rübenanbau weiterhin personalintensiv betrieben werden? Das fragte sich der Bio-Bauer in einer Reportage des Norddeutschen Rundfunks. Denn die Suche nach Mitarbeitern in der Landwirtschaft gestalte sich zunehmen schwierig und vielfach sei es ein Ding der Unmöglichkeit, gute Erntehelfer zu bekommen. 

Flachdach aus PV-Modulen
Folglich entschied sich der Bauer aus Alvesse im niedersächsischen Landkreis Peine, einen von bisher 100 weltweit eingesetzten „Farmdroids“ zu kaufen, die genauso spacig aussehen, wie sie heißen: Eine ca. zwei mal drei Meter große PV-Modulfläche bildet das Flachdach dieses Gefährts, das man am ehesten mit einem Rasenmähroboter vergleichen kann. Gemächlich, im Schritttempo und leise zieht der digitale Farmer seine Bahn. Nur kann der elektrische Ackergaul mehr als der vergleichsweise einfältige Mähroboter in den Vorgärten der Welt:

Farmdroid Ackerroboter von oben
Energie von der Sonne, Schritttempo und ungeheure Präzision halten in der Landwirtschaft Einzug. Foto: Farmdroid

Rote Rüben, Raps und Zwiebeln
So beschreibt es der NDR: „Sechs Reihen gleichzeitig kann er bearbeiten. Er sät Zuckerrüben aus, auch Rote Beete, Raps und Zwiebeln sind kein Problem für ihn. FD20 kann zudem Unkraut jäten. Seine Arbeit verrichtet er 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche. Ohne Murren. Es sei denn, es regnet oder er hat sich festgefahren. Dann meldet er sich per E-Mail oder Anruf bei seinem Chef, dem Bio-Landwirt Dirk Stolte. Der löst dann das Problem.“ 

Gutes Rübengedächtnis
Der große Vorteil: Die Maschine merkt sich auf den Zentimeter genau, wo sie die Rübe gepflanzt hat und schnipselt rundherum das Unkraut weg. Ideal für Bio-Landwirtschaft, die ohne Spritzmittel auskommen muss. 

80.000 Euro kostet die Maschine, in drei Jahren habe sich das Ding wahrscheinlich amortisiert, sagt Stolte nach einigen Erfahrungs-Wochen. Wie ein hügeligeres Terrain dem Farmroboter gefällt, ist noch nicht bekannt.

Weniger Bodenverdichtung
Der niederösterreichische Landwirt Wolfgang Löser weist auf den großen Vorteil des geringeren Gewichts hin: „Ein Traktor mit Sätechnik ist 12 -16 Tonnen schwer, hat 270 PS, bindet gigantische Investitionskosten und war bisher Stand der Technik. Doch jetzt kommen leichte Geräte, die den Boden wieder schonen“. 

Mehrere Ackerpflanzen?
Hier noch Eine FAQ auf der Farmdroid-Website: Kann ein Roboter mehrere Ackerpflanzen handhaben?
Ja! Ein Roboter kann ohne Weiteres auf mehreren Feldern mit verschiedenen Ackerpflanzen eingesetzt werden. Ein einzelnes Feld kann auch in kleinere Parzellen mit verschiedenen Ackerpflanzen aufgeteilt werden.

Hier geht es zur NDR-Reportage.

Hier geht es zum Farmdroid.

(hst)

 

 

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