Alleskönner - 13.03.2018
Auf dem Genfer Autosalon präsentierte Reifenhersteller Goodyear seine neueste Vision: Ein Reifen, der urbane Mobilität nachhaltiger machen soll.
Auf der Seitenwand des Konzeptreifens aus dem 3D-Drucker lebt Moos. Foto: Goodyear

Der Konzeptreifen „Oxygene“ lehnt sich an das Prinzip der Kreislaufwirtschaft an. Ziel ist es, Materialabfall, Emissionen und Energieverluste zu reduzieren. Das Besondere: In der Seitenwand des Reifens wächst echtes Moos. Aufgrund seiner offenen Struktur und mithilfe seines Laufflächendesigns kann der „Oxygene“ Wasser von der Fahrbahnoberfläche absorbieren und zirkulieren lassen sowie CO2 aus der Luft aufnehmen. Er versorgt so das Moos in seiner Seitenwand mit Nährstoffen, mittels Photosynthese gibt der Reifen wiederum Sauerstoff in die Luft ab.

Der Reifen speichert außerdem die Energie, die der Photosynthese-Prozess freisetzt, um seine eingebettete Elektronik mit Strom zu versorgen. Das sind etwa eingebaute Sensoren, eine Einheit für künstliche Intelligenz sowie ein sich verändernder Lichtstrahl in der Seitenwand. „Dieser ändert seine Farben und kann so andere Verkehrsteilnehmer und Fußgänger auf die nächsten Fahrmanöver hinweisen, etwa ein Fahrbahnwechsel oder ein Abbremsen“, schreibt Goodyear in einer Aussendung.

„Oxygene“ beruht auf einer nicht-pneumatischen Reifenkonstruktion, die per 3D-Druck produziert wird. Verarbeitet wird dabei Gummimehl von recycelten Altreifen. Ziel sei es, das Reifenleben zu verlängern und im Sinne einer sorgenfreien Mobilität den Aufwand für Service und Reparatur zu minimieren, so Goodyear.

Der Konzeptreifen nutze zusätzlich ein auf sichtbarem Licht beruhendes Kommunikationssystem, LiFi genannt, das eine hochleistungsfähige Mobilkonnektivität in Lichtgeschwindigkeit möglich mache: „LiFi vernetzt den Reifen mit dem Internet der Dinge für eine Kommunikation von Fahrzeug zu Fahrzeug (V2V) sowie von Fahrzeug zu Infrastruktur (V2I), dem Kern von intelligenten Lösungen für das Mobilitätsmanagement.“

Würden die rund 2,5 Millionen Autos, die in einem Gebiet vergleichbar mit dem Großraum Paris unterwegs sind, auf dem „Oxygene“ rollen, ergäbe sich eine Produktion von jährlich fast 3.000 Tonnen Sauerstoff. Überdies könnten laut Goodyear mehr als 4.000 Tonnen Kohlendioxid absorbiert werden.

Video zu „Oxygene“

Goodyear

Webseite 88. Genfer Autosalon

Kommentar schreiben

Wir verwenden Cookies, um unsere Webseite benutzerfreundlicher zu gestalten. Wenn Sie diese Webseite nutzen, akzeptieren Sie die Verwendung von Cookies.