Kommentar von Hans-Josef Fell

KOMMENTAR – Ein leuchtendes Beispiel, wie man die persönliche Energiekrise mit Solarenergie zumindest abmildern kann, ist das Projekt „Bremer Solidarstrom“.

PV-Anlage
Gemeinsam macht stark: Die Initiative setzt auf Kooperation. Foto: Bremer Solidarstrom

Ihre Mission ist es, die Energie- und Wirtschaftswende in Bremen gemeinsam mit den Bürger*innen vor Ort voranzubringen. Grundlegend kann dies über drei Komponenten erfolgen: Bremer*innen können entweder

 1. Ökostrom beziehen

Der Ökostrom wird von den EWS Schönau geliefert. Er ist zertifizierter, 100%iger, echter unabhängiger Ökostrom. Die EWS sind ein Ökostrom-Pionier und als Genossenschaft organisiert.

2. Balkon-Solarmodul aufbauen

Jeder Haushalt darf bis zu zwei Balkon-Solarmodule benutzen und damit schnell und einfach an der Energiewende teilnehmen. Ein Balkon-Solarmodul spart jährlich ca. 75 € Stromkosten und 100 kg CO2. Balkon-Solarmodule sind sicher, ökologisch sinnvoll und legal. Die Installation ist ganz einfach. Mit dem solidarischen Preissystem von Bremer Solidarstrom entscheiden Sie selbst, was Sie zahlen: 500, 600 oder 700€.

3. Die eigene Solaranlage gemeinschaftlich mit ehrenamtlichen Helfer*innen aufbauen

Der Bremer SolidarStrom plant und koordiniert den gemeinschaftlichen Selbstbau von Solaranlagen. Die Initiative leitet Sie an, unterstützt Sie mit ihrer Expertise und leiht Ihnen nötiges Werkzeug – alles sicher und versichert. Damit können Sie selbst Hand anlegen und Geld sparen. Elektro-Arbeiten werden von Fachkräften durchgeführt. Durch Kooperationen mit Bürger-Energie-Genossenschaften kann die Initiative auch für die Finanzierung der Anlage sorgen und Sie pachten sie.

Erfolgreiche Beispiele für eine Bürgerliche Energiewende

Erfolgreiche Beispiele für eine Bürgerliche Energiewende in Eigeninitiative gibt es einige. So wurden in Österreich in den 1990er Jahren zehntausende thermische Solaranlagen in örtlichen Selbstbaugruppen errichtet. Diese Anlagen sind auch heute meist noch in Betrieb und die Hausbesitzer*innen freuen sich mehr denn je, dass sie für ihre erzeugte Solarwärme keine Kosten aufbringen müssen und dafür heute noch kein teures Erdgas oder Erdöl einkaufen müsse. Österreich wurde so in den 1990er Jahren zum Land mit der höchsten Dichte für Solarkollektoren.

Gute Vorbildwirkung

Solche Initiativen sind gerade deswegen so positiv hervorzuheben, weil sie als Vorbild für andere Städte und Kommunen dienen. Exemplarisch wird in Bremen gezeigt, wie die Energiewende hin zu 100% Erneuerbaren Energien, bis 2030, gelingen kann. Gemeinsam, dezentral und vor Ort packen Ehrenamtliche mit an und befördern massiv die dringend benötigte Energiewende. Denn klarer denn je ist: Uns bleibt keine Zeit und neben Bremen müssen solche Initiativen auch in viele andere Städte – nicht nur in Deutschland, sondern in die ganze Welt – getragen werden.

Mehr Info auf der Website der Bremer Initiative

Hans-Josef Fell

Hans-Josef Fell

Hans-Josef Fell ist ehemaliger Bundestags-Abgeordneter der Grünen in Deutschland und Präsident der Energy-Watch-Group.