Der Markt für Dachmaterial brach in Österreich im Jahr 2023 ein. Der schwächelnde Neubau hatte daran vergleichsweise wenig Schuld.

Weil die Dachsanierung zu teuer geworden ist, verschieben die Kunden das Vorhaben lieber. Foto: pixabay

Am Markt für Dachmaterial zur Eindeckung von Steildächern kam es im Vorjahr zu einer Zäsur. Laut aktuellem BRANCHENRADAR Dachmaterial für geneigte Dächer in Österreich sanken die Herstellererlöse im Jahr 2023 – bei weiterhin wachsenden Verkaufspreisen – um 21,5 Prozent gegenüber Vorjahr auf 145,5 Millionen Euro. 

Größter Dämpfer im Geschäft mit Ton-Dachziegeln

Einen Umsatzrückgang gab es in allen Materialgruppen. Besonders rasch erodierte jedoch das Geschäft mit Ton-Dachziegeln. Verantwortlich dafür waren im Wesentlichen Lagereindeckungen des Handels im Herbst 2022, infolge einer der angekündigten Preiserhöhungen zu Beginn des Folgejahres.

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Tabelle: Marktentwicklung Dachmaterial für geneigte Dächer in Österreich | Herstellerumsatz in Mio. Euro

Sanierungsrate bricht ein

Obgleich die Erlöse im vergangenen Jahr sowohl im Neubau als auch in der Sanierung sanken, war der Löwenanteil des Umsatzrückgangs bei Bauvorhaben im Gebäudebestand zu verorten. Das Neubaugeschäft sank im Jahresvergleich um rund sechs Prozent bzw. rund vier Millionen Euro.

Mit der Sanierung machten die Erzeuger um 26 Millionen Euro (-21 Prozent geg. VJ) weniger Umsatz als ein Jahr zuvor. Weitere rund zehn Millionen Euro fehlten infolge der Lagereindeckung. Der Grund für den Einbruch des Sanierungsmarktes liegt auf der Hand: „Speziell vielen privaten Haushalten war eine Dachsanierung einfach zu teuer“, so Andreas Kreutzer, Geschäftsführer von BRANCHENRADAR Marktanalyse.

Dachsanierung ist einfach zu teuer geworden

„Im Jahr 2023 kostete ein neues Dach im Schnitt um annähernd vierzig Prozent mehr als noch drei Jahre davor“. Vor dem Hintergrund von Investitionsbremsen, wie einer hohen Inflation, einer pessimistischen Stimmungslage und der Verlagerung der Haushaltsausgaben in den Konsum, wurden Investitionen in den Gebäudebestand daher vielerorts aufgeschoben. Und da nur selten dringender Handlungsbedarf bestand, das Dach zu erneuern, war das für private Haushalte auch nicht weiter schlimm. „Noch viel teurer, dachten viele, wird es in den nächsten Jahren voraussichtlich nicht werden“, ist sicher Kreutzer sicher.

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