Im Juli 2012, nur 13 Monate nach dem vollständigen Abbrand, geht das Knofelebenhaus am Schneeberg wieder in Betrieb. Als die hellste Schutzhütte Österreichs darf sie sich nun bezeichnen.
Die Schutzhütte am Schneeberg erstrahlt in neuem Glanz. Foto: Velux
Erst vergangenes Jahr der Riesenschock des Brandes. Und heute schon steht das bei Wanderern beliebte Friedrich-Haller-Haus auf der Knofeleben am Schneeberg wieder. Das Wiener Planungsbüro baukult und Velux sicherten sofort ihre Mithilfe bei Planung und Wiederaufbau. Heinz Hackl, Projektleiter und Tageslichtplaner bei Velux, konnte bei diesem Vorhaben unter anderem auf seine Erfahrungen bei der Errichtung des Sunlighthouses in Pressbaum zurückgreifen.

Vor allem der Anfang des Baus gestaltete sich schwierig, da die Bauarbeiten im August begannen und das Haus auf 1.250 m Seehöhe nur durch eine Forststraße zu erreichen ist, die im Winter zur unpassierbaren Hürde wird. Deshalb mussten soweit und schnell wie möglich hoch wärmegedämmte Holz- und Sichtbetonfertigteile eingesetzt werden.  

Möglichst autark sollte das Haus unter Verwendung erneuerbarer Energieträger errichtet werden. Und nicht nur der Bau war sehr umweltfreundlich: Das Musterbeispiel eines Active-Houses im Inselbetrieb, das Energieeffizienz mit einem guten Innenraumklima verbindet ist bei mittlerer Belegung tatsächlich energieautark. Die Form des Gebäudes ist geprägt von der aktiven und passiven Nutzung der Sonnenenergie sowie von der Sammlung des Regens- bzw. Schmelzwassers. Auch im Betrieb wird über das Dach Regenwasser gesammelt, in Zisternen gelagert und zu Trinkwasser aufbereitet, 15 Quadratmeter Solarkollektoren sorgen für die Warmwasseraufbereitung und Photovoltaikelemente mit einer Leistung von 9,15 Kilowattpeak in der Südfassade sind für die Stromerzeugung verantwortlich. Die PV-Module sorgen aufgrund ihrer 70-Grad-Neigung dafür, dass der Schnee im Winter abrutschen kann und man somit solare Energieerträge möglichst effizient nutzen kann. Auf der Nordseite ist das Dach flach geneigt und sorgt neben einer markanten Silhouette auch dafür, Regen und Schnee für die Wasserversorgung zu sammeln.

Die Sichtbetonwände und die Stahlbetondecke zwischen Erd- und Obergeschoss entsprechen der behördlichen Brandschutzverordnung und dienen zusätzlich auch als Wärmespeicher. Auch einen Holzstückglutofen und einen Kamin gibt es im Knofelebenhaus.

Für solare Energiegewinne und Stromeinsparungen sorgen unter anderem auch die Gläser in der Fassade. Dank ihnen kann tagsüber weitgehend auf Kunstlicht verzichtet werden, außerdem haben die Gäste einen schönen Ausblick auf die Knofelebenwiese und die Rax bzw. auf den dunklen Sternenhimmel. In der Gaststube beträgt der Tageslichtanteil 4,5 bis 7,1 % und in den Zimmern 3,5 %. Die Norm verlangt einen Tageslichtanteil von nur 0,95 % - d.h., das Knofelebenhaus bezeichnet sich zu Recht als die hellste Schutzhütte Österreichs.  

Unbehandelte, heimische Hölzer an Wänden, Decken und Böden dienen als Dekoration, als Gestaltungselement und auch als Lärmschutz.

www.velux.at

www.knofeleben.at

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