Mit dem Bauprojekt in der Biberstraße ist es gelungen ein Gründerzeithaus an die Anforderungen eines modernen Bürogebäudes heranzuführen. Ein kurzer Ausflug dorthin dokumentiert die energetische Sanierung.
Die Außenfassade entlang der Biberstraße wurde vom Denkmalschutz als erhaltungswürdig eingestuft. Foto: Koller
Im Rahmen einer Exkursion, veranstaltet vom ÖkoBusinessPlan Wien, konnten am Freitag die alterwürdigen Mauern des Gründerzeithauses in der Biberstraße 5 besichtigt werden. Das Objekt wurde vom Wiener Atelier Hayde Architekten umfassend thermisch und energetisch saniert. „Auf eine Dämmung der Außenfassade wurde jedoch gemäß den Auflagen des Denkmalamtes verzichtet. Nichts desto trotz ist uns durch zahlreiche andere Maßnahmen ein herausragendes Beispiel an energetischer Sanierung gelungen, die sich sehen lassen kann“, erklärte die zuständige Architekten Sarah Maria Richter, die eine Gruppe an Interessierten durch das Bürogebäude führte.

Da die gegliederte Fassade aus dem Jahr 1901 vom Denkmalschutz als erhaltungswürdig eingestuft wurde, konzentrierten sich die Umbaumaßnahmen vorrangig auf den Innenbereich, den Dachbereich und die hofseitigen Fassaden. Es ist das erste Gebäude, das dem klima:aktiv Gebäudestandard für die Sanierung von Bürogebäuden entspricht. Mit den baulichen Maßnahmen wurde sowohl eine Verbesserung des Nutzungskomforts als auch eine wesentliche Steigerung der Energieeffizienz des Gebäudes angestrebt. Mit dem Bürogebäude Biberstraße wurde Pionierarbeit geleistet, denn es handelt sich um das erste Projekt, das nach dem neu herausgebrachten klima:aktiv Kriterienkatalog „Sanierung von Bürogebäuden“ deklariert wurde und das Gütesiegel der ÖGNB erhält.

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In den Büroräumen wurde auf ein modernes Beleuchtungskonzept und eine Lüftung viel Wert gelegt. Foto: Koller

„Durch die thermische Verbesserung der Gebäudehülle und die Installation einer Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung wurde der Heizwärmebedarf um fast 50% auf rund 15 kWh/m3a vermindert. Aufgrund des Denkmalschutzes der Außenfassade wurde die Wärmedämmung bei den hofseitigen Fassaden, dem Dachaufbau und den Außenwänden des Dachgeschoßes aufgebracht. Entlang der Feuermauern wurde eine Innendämmung ausgeführt. Die hofseitigen Fenster wurden ausgetauscht, die Kastenfenster an der Außenfassade wurden saniert und mit Verschattungselementen versehen, um die Sommertauglichkeit des Gebäudes sicher zu stellen“, erklärte Richter.

Zur Senkung des Stromverbrauchs wurden alle Büros mit einem modernen Beleuchtungskonzept ausgestattet. Für die Allgemeinbereiche ist der Bezug von Ökostrom vorgesehen. Die Beheizung des Objekts erfolgt über eine bestehende Heißwasser-Umformerstation der Fernwärme Wien. Sämtliche Büroräume sind mit einer mechanischen Be- und Entlüftung ausgestattet. „Die Außenluft wird gefiltert, befeuchtet, über einen Kreuzstrom-Wärmetauscher erwärmt oder gekühlt und – wenn notwendig – zusätzlich über das Heizregister nacherwärmt oder über das Kühlregister gekühlt“, so die Architektin. Die Energieverbräuche des bereits vermieteten Bürogebäudes werden mit Hilfe eines Smart-Metering-Systems laufend gemessen. Diese lässt sich individuell auf alle Räumlichkeiten einstellen.

www.hayde.at

www.nachhaltig-bauen.at

www.klimaaktiv-gebaut.at


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