Bei der zehnten Podiumsdiskussionsreihe der Bundeskammer der Architekten und Ingenieurkonsulenten diskutierte kürzlich eine Expertenrunde zum Thema „Nachhaltiges Planen und Bauen“.
Die Expertenrunde stand nach der Podiumsdiskussion für Fragen Rede und Antwort.                       Foto: Bernhard Wolf
„Nachhaltiges Planen und Bauen ohne Kreislaufwirtschaft?“ – so lautete der Diskussionsschwerpunkt für die Expertenrunde im Erste Bank Event Center Wien. Die Bundeskammer der Architekten und Ingenieurkonsulenten entschied sich bei ihrer zehnten Podiumsdiskussion für diesen Fokus, um die Verwendung von Sekundärstoffen für Baufirmen und Hersteller zu forcieren.

Diese seien nämlich noch unattraktiv für die Branche. Zudem gebe es bist jetzt zu wenige Verbindungen zwischen Anbietern von Recycling-Lösungen und Baufirmen, resümierten die Experten.

Wilhelm Himmel von der Abteilung 19D Abfall- und Stoffflusswirtschaft, Amt der steirischen Landesregierung, konstatierte eine nach wie vor mangelnde Wahrnehmung für nachhaltiges Bauen: „Verbindliche Vorgaben führen zu nichts, wenn das Thema nicht im allgemeinen Bewusstsein verankert ist.“

Christian Felber, attac, sprach im Sinne der Gemeinwohl-Ökonomie von der Notwendigkeit neuer Indikatoren für die Erfolgsmessung: „Monetäre Indikatoren messen nur den Tauschwert, Menschen leben jedoch allein von Nutzwerten. Wenn das Ziel Recycling von Ressourcen ist, müssen wir dieses Ziel verlässlich messen und evaluieren.“

Martin Car vom Österreichischen Baustoff Recycling Verband sprach sich für ein absolutes Muss zur Kreislaufwirtschaft aus. Auch die EU habe dem Recycling-Gedankenbereits hohe Priorität zugeschrieben „In der Planung muss Recycling zur Selbstverständlichkeit werden.“

Peter Maydl von der Technischen Universität Graz erläuterte in seinem Statement die volkswirtschaftliche Bedeutung des Bausektors in Österreich und veranschaulichte die durch Bauaktivitäten verursachten Stoffströme. „Durch die neue Bauproduktverordnung wird kein Stein auf dem anderen bleiben“, so Maydl.

Ursula Schneider, pos architekten, sprach in Vertretung von Michael Braungart, dem Begründer von „Cradle-to-Cradle“: „Das Ziel muss der abfallfreie Wirtschaftskreislauf sein.” Sie forderte, dass Hersteller bei Produktzulassung verpflichtend einen Recyclingkreislauf nachweisen sollten.

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