Bei der Anzahl geförderter, mehrgeschossiger Passivhaus-Wohnbauten hat Wien Nachholbedarf: Doch dass soll sich ändern, verspricht man seitens der Stadt Wien. Was auch einer Drohung gleichkommen kann.
Der Innenhof des OeAD Vorzeigeprojektes in der Kandlgasse - hier wohnen zahlreiche Studenten energieeffizient.
„Man muss ein Freak sein um privat ein Passivhaus zu errichten“, so ÖSW-Vorstand Michael Pech. Die Wichtigkeit staatlicher Förderungen sei dabei hervorzuheben. „Es ist unsere Aufgabe, möglichst gesunden, leistbaren und ökologischen Wohnraum bereitzustellen. Da die Heizkosten einer Wohnung für die Leistbarkeit eine wichtige Rolle spielen, müssen wir dem Thema Energieeffizienz im Neubau und in der Sanierung großen Stellenwert einräumen“, so Vizebürgermeistern Maria Vassilakou. Die Förderung dieser umweltfreundlichen Bauten sei daher nicht nur ökologische, sondern auch soziale Maßnahme. Dadurch könne man von identen Mietpreisen, verglichen mit herkömmlichen Bauten, ausgehen.

Die Stadt Wien möchte allerdings auch Gründerzeitbauten energieeffizienter machen. "Der überwiegende Anteil der Gebäude historischer Stadtgebiete ist älter als 50 Jahre und birgt ganz besonders hinsichtlich ihrer energetischen Qualität große Möglichkeiten. Durch thermische Sanierung inklusive Fenstertausch kann der Energieverbrauch solcher Gebäude um bis zu 70 Prozent reduziert und die Wohnqualität spürbar erhöht werden", so die Stadträtin weiters. Ein Gebäude sei für diesen Zweck bereits gefunden – es soll „das erste Projekt werden, bei dem der Passivhausstandard hergestellt wird und dennoch die Fassade erhalten bleibt."

Was in den Augen vieler Architekten einer gefährlichen Drohung gleichkommt: Gründerzeithäuser, aber auch viele architektonisch interessante Gebäude der 60er- und 70er-Jahre verlören dank thermischer Sanierung viel von ihrem Reiz. Außerdem lässt sich leicht ausrechnen, dass die Erneuerung der Haustechnik und der Fenstertausch in vielen Fällen genügen und eine ungleich kosteneffizientere Sanierung darstellt.

"Wir haben engagierte Bauträger, ausgebildete und erfahrene Planer und Gewerbebetriebe - wir können Wien zur Welthauptstadt des Passivhauses machen und setzen auf volle Unterstützung aus dem Rathaus Wien", so ÖSW-Vorstand Michael Pech. Das Endziel sei die Entwicklung und Durchsetzung eines "Nullenergie-Gebäudes".


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