Kommentar von Herbert Starmühler
Herausgeber energie:bau Magazin

KOMMENTAR – Wer sich jahr(zehnt)elang zu Energiefragen ignorant verhielt, zahlt jetzt ordentlich drauf.

Holzheizen wird wieder moderner – wobei auch Holz deutlich teurer geworden ist. Foto: Herbert Starmühler

Das Jammern ist laut und verständlich. Irgendjemand hat vor ein paar Monaten an der Preisschaube geht. War es Corona, ein dickes Schiff im Suezkanal, war es Wladimir P., die gierigen Energie-Kapitalisten? Wir wissen es nicht. Man hat seine Vermutungen. Was jedoch erschreckend real ist, steht auf der Rechnung mit den Nachzahlungen. Auf der Stromrechnung, die noch kommen wird, auf der Jahresrechnung für Erdgas, die vielleicht im August eintrudelt, je nachdem.

Dort ist der blanke Horror aufgeschrieben: Wer an 3.000 Euro Energiekosten pro Jahr gewöhnt war, darf sich jetzt mit 10.000 Euro auseinandersetzen. Egal wie groß die Wohnung, wie ausgiebig der Lebensstil: Die neue Zeit bringt eine VERVIELFACHUNG der Strom- und Gas - und Benzin - und Öl - und Pellets-Kosten.

Dämmen, Tauschen oder Taumeln

Jetzt rächt sich, wenn jahrelang Ignoranz die Energiedebatte in den eigenen vier Wänden bestimmt hat: Dämmen, Tauschen oder Taumeln, so sieht es aus. Wer gut gedämmt hat, wer auf Erneuerbare Energien und eigenen Sonnenstrom setzte, der kommt jetzt eben eher NICHT ins Taumeln.

Wer noch heizt wie anno dazumals, der zahlt jetzt Länge mal Breite. Viele aber, das muss dazugesagt werden, hatten schlechte Karten: Wer konnte schon die Gastherme in Wien austauschen, wenn das Geld immer eher knapp war?

Einschränken, Einsparen, Einzahlen

Für die allermeisten von uns heißt es jetzt (und mutmaßlich in den kommenden drei oder fünf Jahren): Einschränken, Einsparen, Einzahlen. So unangenehm das ist, im Vergleich zu einem Leben im täglichen Kriegsbombardement, kommt man da noch ganz gut zurecht. Es ist leider schlicht der Krieg in Europa ausgebrochen, zumindest ist er schon am östlichen Rand der Gemeinschaft täglich aufs Grausamste zu beobachten. Und er strahlt mit Gaskrise und Lieferengpässen auf unsere Lieferketten und Lebensverhältnisse, auf Teuerung und Energiekosten-Explosion auf.

Jetzt ist es zu spät

Somit muss das Notwendige in dieser Situation gemacht werden: Jegliche Energie so sparsam wie möglich verwenden! Denn ein Umstieg auf Erneuerbare Energien, auf Solarstrom am Dach und hochgedämmte Häuser für den oder die Einzelne(n) ist nicht schnell möglich, wenn Solar-Wechselrichter bis Mitte 2023 ausverkauft oder Elektroinstallateure so knapp sind wie Wärmepumpen.

Es wird ein kälterer Winter, und es werden einige folgen. 

Herbert Starmühler

Dr. Herbert Starmühler

Herausgeber energie:bau Magazin

ist Herausgeber dieser Publikation energie-bau.at und verschiedener Fachmagazine im Bereich Technik, Architektur und Energieeffizienz. Als seit Jahren leidenschaftlicher E-Auto-Fahrer und Bezieher eigenen Sonnenstroms ist der Journalist jederzeit für innovative Ideen zu begeistern und holt sich beim Networken gerne Inspiration für neue Projekte.

Kommentare  

#1 energierebell 2022-06-30 16:05
Sparen, Verzichten??
eine PV ist an einem Tag installiert, eine Wärmepumpe ebenfalls in ein bis 2 Tagen,.. also worauf warten, solange noch Ressourcen, Material wie Menschen verfügbar sind nicht mehr warten,.. jetzt ist es aller höchste Zeit zu handeln,.. 100% EE Jetzt, nicht erst morgen, schon gar nicht 2030,.... wir sind 30 Jahre zu spät dran,.. dass fossile Rohstoffe knapp werden ist seit 1973 bekannt, JETZT sind wir Überrascht?? das dies ein tritt,... mehr als merkwürdig

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