Kommentar von Herbert Starmühler
Herausgeber energie:bau Magazin

KOMMENTAR Die rasante Verteuerung des – heimisch erneuerbar erzeugten – Stroms wirft die Frage auf, wer davon profitiert.

Euro
Immer mehr Euros sind für immer weniger Kilowattstunden hinzulegen. Wer profitiert? Foto: Herbert Starmühler

Nichts ist geschenkt und selbst der Tod kostet das Leben. So weit so klar. Aber warum muss der Strom plötzlich so teuer sein? Ein Preishüpfer um ein paar Prozentpunkte würden alle Beteiligten halbwegs verkraften. Aber verdoppeln und verdreifachen? Der Unmut wächst, Franz-Josef Fell hat auf unserer Kommentarseite von energie-bau.com bereits über die Energiepreiswut geschrieben, die irgendwann ausbrechen wird.

Von Experten und anderen Gescheiten wird auf die Börse verwiesen. In Leibzig handeln die Energiekonzerne mit dem Strom, kaufen und verkaufen laufend ihre Ware. Langfristige Kontrakte sind meistens eher teurer, kurzfristige können Schnäppchen sein, oder – wie derzeit – ein Riesenreinfall. 

Also kann man einmal festhalten, dass derzeit jene Energielieferanten gut verdienen, die Strom kurzfristig anbieten können und hohe Preise kassieren. Aber warum müssen dann Verbund oder EVN ihre Kilowattstunden so verteuern: Der demütige Konsument glaubte den Beteuerungen der einschlägigen Pressemeldungen, die da so lauten: „Wir sind unabhängig von Strom aus fossilen Energieträgern!". Sagte zumindest der niederösterreichische Landeshauptmann Erwin Pröll (ÖVP) schon 2015.

Wer unabhängig ist, müsste also nicht von Strombörsen abhängig sein, an denen Strom gehandelt wird, der aus Gaskraftwerken stammt. Und Gas wurde gerade teurer. Aber auch an der Strombörse kann ja nur der Gasanteil des Stroms teurer geworden sein. Verkaufen da nun auch die Sonnenkraftwerker als Trittbrettfahrer ihre Energie gleich teuer mit?

Fragen über Fragen – und wenig Antworten. Sicher ist jedenfalls, dass es GUT für die Umwelt ist, wenn Energie einen (hohen) Preis hat. Oder wie es der niederösterreichische „Energierebell“ Wolfgang Löser formuliert: „Hohe Energiepreise sind DIE Chance für die Erneuerbaren Energien, da diese seit Jahren weit kostengünstiger sind als fossile. Wer noch immer hohe Energiepreise bezahlt ist selber schuld – wir wurden vor 20 Jahren ausgelacht, als wir uns energieautark machten, heute können wir über solche Meldungen nur noch lachen“.

 

 

 

 

Herbert Starmühler

Dr. Herbert Starmühler

Herausgeber energie:bau Magazin

ist Herausgeber dieser Publikation energie-bau.at und verschiedener Fachmagazine im Bereich Technik, Architektur und Energieeffizienz. Als seit Jahren leidenschaftlicher E-Auto-Fahrer und Bezieher eigenen Sonnenstroms ist der Journalist jederzeit für innovative Ideen zu begeistern und holt sich beim Networken gerne Inspiration für neue Projekte.

Kommentare  

#1 Armin 2022-01-20 15:46
Thema ist, dass der ach so grüne Steirerstrom, der in der Stmk ‚geerntet‘ wird, nun um das 4-fache an die Steirer verkauft wird!
Und das, obwohl KEINE VERTEUERUNG bei den Gestehungskoste n eingetreten ist:
Wasser, Wind, Sonne, … haben sie hierbei von einer Verteuerung gehört? Nein.

Es ist nur so, dass auf Grund des Anstiegs des Strompreises an der Strombörse in Leipzig die EnergieStmk. den Strom dort teurer verkaufen kann und daher eben die Steirer auch entsprechend zur Kassa gebeten werden – obwohl der Steirerstrom aus der Steiermark in der Herstellung um keinen Cent teurer wurde!

Entweder der 'Steirerstrom' ist der große Marketingschmäh oder die Steirer sollen gehörig blechen für den Strom, der aus alternativen Anlagen subventioniert mit ihrer Steuerleistung von der Landesgesellsch aft (patriotisch grün) errichtet wurde.

MfG
A.Zingerle

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