Kommentar von Herbert Starmühler
Herausgeber energie:bau Magazin

KOMMENTAR – Warum nicht viele dezentrale Speicher in der Wohnung oder im Haus verwenden? Sie sind einfach billiger.

Tischlampe
Die Tischlampe ohne Stromkabel. Bald auch für den Hausgebrauch vorstellbar. Foto: lampade.it

Vielleicht haben Sie in letzter Zeit die sich rapide vermehrenden Lampen auf den Restauranttischen wahrgenommen. Statt Kerzen nun also LED-Lampen. Das ging ziemlich plötzlich vonstatten, gefühlt alle Trattorias, Wirtshäuser oder Pizzabuden zwischen Rimmini und Bad Ischl haben sich die Dinger angeschafft. Praktisch, windsicher und heller als Kerzen.

Zwischen Rimini und Bad Ischl. Das führt zur Frage: Warum nicht viele dezentrale, kleine Speicher auch in der Privat-Wohnung oder im Haus verwenden? Überall zwischen Rimini und Bad Ischl. Im Gemeindebau und in der Vorstadtvilla.

Der Hintergrund ist klar: Der Stromverbrauch muss der Sonne angeglichen werden (und dem Wind). Wenn Stromüberschuss herrscht, sollten die Dinger millionenfach geladen werden. Wenn es finster ist auf dem Photovoltaikfeld, wenn also kein Strom erzeugt wird – leuchten die Lampen erst so richtig auf.

Warum also nicht millionenfach auf kleine, viele Haushaltsspeicher umsteigen? Das bringt Risiko-Verteilung, Ausfalls-Sicherheit und CO2-Einsparung (weil abends nicht   mehr Gas und Öl verbrannt werden müssen um den Netzstrom bereitzustellen).

Wo sind die Stromkosten günstiger?
Ein Einwand könnte sein: Die Erzeugung der größeren Elektro-Speicher für Gebäude kommt viel billiger, weil pro Kilowattstunde Strom die Kosten größerer Akkus niedriger sind.

Jedoch: Anhand der batteriebetriebenen Tischleuchten in Gasthöfen kann wohl der Gegenbeweis angetreten werden: Dort werden effiziente Leuchten mittlerweile vielmillionenfach verwendet – die economy of scale ist schon wirksam – lange bevor die Hausspeicher im Keller Massenstückzahlen erreichen.

Warum also nicht (auch) viele kleine Speicherchen verwenden?
Schon jetzt haben wir ja die Speicher täglich im Betrieb – in 
- Laptops
- Handys
- Akkuschrauber
- Fernbedienungen
- Uhren
- Rasenmähern
- Lautsprechern
- Hörgeräten
- E-Autos

usw.

Warum nicht auch Akkus für:
- Lampen aller Art
- Kühlschränke
- Elektrische Raffstores und Rollos
- Heizgeräten, Kochtöpfen
- Föns
...

Der Vorteil: Die Dinge werden (und wurden) leistbar, weil Unmengen davon erzeugt wurden und werden.

Und der größte Vorteil: Sie können geladen werden, wenn der Strom billig zu haben ist – weil die Sonne scheint.

Ungeahnte Möglichkeiten für eine gescheite Industrie tun sich auf. Der Wettlauf hat längst begonnen. Werden Sie in den kommenden Jahren noch eine Nachttischlampe mit dem vermaledeiten Stromkabel kaufen, das sich verwickelt, verwurbellt und dessen Handschalter man nur mühsam ertastet. Oder greifen Sie zur LED-Batterielampe, die oben auf Knopfdruck anzuknipsen sein werden?

 

 

 

Herbert Starmühler

Dr. Herbert Starmühler

Herausgeber energie:bau Magazin

ist Herausgeber dieser Publikation energie-bau.at und verschiedener Fachmagazine im Bereich Technik, Architektur und Energieeffizienz. Als seit Jahren leidenschaftlicher E-Auto-Fahrer und Bezieher eigenen Sonnenstroms ist der Journalist jederzeit für innovative Ideen zu begeistern und holt sich beim Networken gerne Inspiration für neue Projekte.

Kommentar schreiben

Wir verwenden Cookies, um unsere Webseite benutzerfreundlicher zu gestalten. Wenn Sie diese Webseite nutzen, akzeptieren Sie die Verwendung von Cookies.