Nach aktuellen Bestandsdaten zu Kornweihe, Seeadler, Kranich & Co. – Die Umweltorganisation Pro Thayatal fordert Ausweitung des Vogelschutzes in weiteren raumplanerischen Entscheidungen über Windkraftstandorte.

Dichtezentren der Brutverbreitung des Seeadlers in Österreich (grün). Als Dichtezentren gelten Quadranten (100 km²) mit mindestens zwei Brut- oder territorialen Paaren. Die Karte verdeutlicht die räumliche Konzentration der Brutvorkommen, insbesondere im Waldviertel, wo 15 Quadranten hohe Paarzahlen aufweisen. Grafik und Text: Populationsdynamik des Seeadlers Haliaeetus albicilla (Linnaeus, 1758) in Österreich 2001-2025, Remo Probst et al

Neue wissenschaftliche Bestandsdaten zeigen eine außergewöhnliche Konzentration seltener und gesetzlich geschützter Vogelarten im nördlichen Waldviertel. Kornweihe, Wiesenweihe, Seeadler, Schwarzstorch, Rotmilan, Rohrweihe, Kranich und Raubwürger erreichen hier Bestände von nationaler und teilweise mitteleuropäischer Bedeutung.

Seeadler

Die Umweltorganisation Pro-Thaytal glaubt, dass die größten Seeadler-Populationen Österreichs unter Winkraftprojekten leiden würden. Foto: Pro-Thayatal

Besonders deutlich wird dies bei den Weihen: 37 bis 38 Kornweihen-Paare wurden zuletzt im Waldviertel festgestellt – nahezu der gesamte österreichische Brutbestand. Das aktuelle Großvogel- Monitoring bezeichnet das nordöstliche Waldviertel als bedeutendstes Kornweihen-Brutgebiet Mitteleuropas. Auch von der Wiesenweihe brüten rund 80 bis 90 Prozent des österreichischen Bestandes im nördlichen Waldviertel. Für die Rohrweihe werden für das Waldviertel 128 bis 159 Paare und damit rund ein Drittel des österreichischen Bestandes geschätzt.

Große Populations-Konzentration im Waldviertel

Doch die Bedeutung reicht laut Manfred Maier von der Umweltschutz-Organisation „Pro Thayatal“ weit darüber hinaus: „Das Großvogel Monitoring ermittelte im Waldviertel 67 von 123 in Österreich revierhaltende Seeadlerpaare, schätzt den Bestand des Rotmilans auf 51 bis 82 Brutpaare und jenen des Schwarzstorchs auf 22 bis 48 Paare. Beim Schwarzstorch entspricht dies rund 9 bis 14 Prozent des österreichischen Bestandes.“

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