Eine Studie der Westfälischen Hochschule in Deutschland nimmt dynamische Stromtarife als Steuerungsinstrument auf Basis der Stromverbräuche von 2024 genauer unter die Lupe.

Seit diesem Jahr besteht die Verpflichtung für Stromanbieter, dynamische Stromtarife anzubieten, die auf den aktuellen Börsenstrompreisen basieren. Foto: Unsplash/Jeroen van de Water

Die Studie simuliert anhand von 243 Szenarien das Verhalten von stromkostenoptimierenden Verbraucher:innen im Jahr 2024 unter vollständiger Nutzung dynamischer Tarife in Wechselwirkung mit der Stromversorgung aus Erneuerbaren Energien. Dabei wird insbesondere untersucht, wie sich diese Tarife auf den Lastverlauf sowie auf die Kosten an der Strombörse auswirken würden. Die Ergebnisse zeigen, dass ohne zusätzliche Kurzzeitspeicher oder Batteriesysteme dynamische Tarife zu erheblichen Verwerfungen im Tagesablauf der Verbraucher:innen führen – sowohl privat als auch institutionell. Unter anderem zeitliche Verschiebungen im Verbrauch können den Alltag erheblich beeinträchtigen.

Die Simulation zeigt außerdem keine wesentlichen Einsparungen bei den Gesamtkosten der Stromversorgung durch dynamische Tarife allein. Trotz dieser Einschränkungen sehe man in neuen Produkten rund um dynamische Tarife sowie in deren psychologischer Wirkung auf Verbraucher:innen Chancen: Sie könnten das Bewusstsein für die Energiewende schärfen und zur Akzeptanz beitragen. Als alleiniges Instrument seien flexible Tarife jedoch kein ‚Game-Changer‘, vielmehr bedürfe es ergänzender technischer Lösungen, um den Paradigmenwechsel wirklich zu ermöglichen.

Westfälische Hochschule

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