Im Hafen der deutschen Stadt Hamburg wird aktuell eine neuartige Technologie erprobt, die mithilfe von Vulkangestein große Mengen Energie kostengünstig speichern soll.

Je größer die Anlage, desto weniger Wärme geht während der Speicherzeit verloren. Foto: Siemens Gamesa

Der Wärmespeicher in Hamburg-Altenwerder wurde von Siemens Games Renewable Energy gemeinsam mit dem Institut für Technische Thermodynamik der TU Hamburg und dem Energieversorger Hamburg Energie entwickelt und fasst rund 1.000 Tonnen Vulkangestein als Energiespeichermedium. Die Steine werden mit einem Heizgebläse auf 750° C aufgeheizt, die Pilotanlage kann so bis zu 130 MWh thermische Energie für rund eine Woche speichern. Die Speicherkapazität des Systems bleibt dabei über die Ladezyklen hinweg konstant.

Die Rückverstromung erfolgt über einen hochdynamischen Dampfkessel, berichtet „reset.org“ online: „Lüfter saugen die heiße Luft aus dem Steinspeicher und leiten sie an eine Dampfturbine weiter, die wiederum einen Generator antreibt, um Strom zu produzieren.“ Diese Turbine könne mit der gespeicherten Hitze etwa 24 Stunden lang betrieben werden, heißt es weiter. Die Entladedauer des Steinspeichers will Siemes Gamesa laut „reset.org“ in Zukunft auf eine ganze Woche ausbauen, zusätzlich strebe man Kosten für die Speicherung von Energie von weniger als 10 Cent pro kWh an: Die Technologie reduziert gemäß TU Hamburg die Kosten für größere Speicherkapazitäten auf einen Bruchteil des üblichen Niveaus für die Batteriespeicherung.

Ziel der Pilotanlage ist es, den Systembeweis des Speichers am Netz zu liefern und den Wärmespeicher ausgiebig zu testen, informiert Hamburg Energie in einer Mitteilung. Bereits in naher Zukunft solle mit der Technologie Energie im Bereich von mehreren Gigawattstunden gespeichert werden können. Siemens plane bereits 2020 eine weitere Pilotanlage mit 10.000 Tonnen Gestein, schreibt „Trends der Zukunft“: „Treten dabei keine unerwarteten Probleme auf, könnte zwei Jahre später mit der kommerziellen Vermarktung der Technologie begonnen werden.“ Durch die Nutzung serienmäßiger Komponenten könnten außerdem auch stillgelegte konventionelle Kraftwerke umfunktioniert und in grüne Speicher verwandelt werden. (cst)

TU Hamburg 

Siemens Games Renewable Energy 

Hamburg Energie 

Bericht „reset.org“

Bericht „Trends der Zukunft“ 

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