Unternehmensmeldung

In großen Wohnhäusern kann auch ohne Klimaanlagen die Temperatur über Nacht – besser – gesenkt werden.

Es ist heiß, besonders in den höheren Stockwerken. Doch es gibt Mittel dagegen. Bilder: InnoVision

Die beiden zur InnoVision Gruppe gehörenden Unternehmen PlanTeam Schwarz und GreenSpleen haben eine Simulation der Nachtauskühlung eines Bürogebäudes in der Berliner Friedrichstraße durchgeführt. Die Simulation belegt die Effizienz dieser natürlichen Gebäudeklimatisierung – nicht nur für Passivhäuser oder stark gedämmte Gebäude, sondern auch für Bestandsgebäude.

Seit Mai werden in Europa Spitzentemperaturen erreicht. Und das auch in Deutschland, das eigentlich für eher moderate Sommertemperaturen steht. Im Gegensatz zu vielen tropischen oder subtropischen Ländern verfügen deshalb auch nicht alle Gebäude über Klimaanlagen.

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Versuchsaufbau der Simulation.

Nachtauskühlungskonzept kann zu einer natürlichen Gebäudeklimatisierung beitragen

Ein gesteuertes Nachtauskühlungskonzept kann zu einer natürlichen Gebäudeklimatisierung beitragen. PlanTeam Schwarz und GreenSpleen haben für ein Bürogebäude in der Friedrichstraße in Berlin zur Evaluation der gebäudetechnischen Parameter unter Berücksichtigung der Bestandssituation und der Auswirkung der Nachauskühlung auf angrenzende Etagen über den Zeitraum von einem Jahr simuliert.
Gebäude heizen sich über den Tag hinweg auf. Je höher die Sonneneinstrahlung und je heißer die Außentemperaturen, desto mehr kumuliert diese Wärme mit den internen Lasten wie Personen, Elektrogeräten wie Drucker, Server, Computer, oder in Haushalten zudem noch Waschmaschine, Backofen, Bügeleisen etc.

Klüger die Wärme bekämpfen

Wärme und Kälte können sich je nach Baustoff und Materialität im Gebäude oder dessen Außenbereich (im hiesigen Simulationsbeispiel ein gepflasterter Innenhof) speichern und diese Wärme wieder abgeben. Im schlechtesten Fall wärmt sich ein Gebäude über den Tag hinweg auf, der Baustoff wird aktiviert. Im Außenbereich heizen sich darüber hinaus der Asphalt und der gepflasterte Innenhof auf. Beides gibt im Zeitfenster mit einer kühleren, abendlichen und nächtlichen Außenluft seine Wärme ab. Die abgegebene Wärme im Innenraum heizt diesen nun als innere Last auf. Ist zu diesem Zeitpunkt dann noch kein Fenster geöffnet, bleibt die Wärme im Innenraum. Der Außenbereich strahlt ebenfalls die gespeicherte Wärme ab und beheizt trotz nun fehlender Sonneneinstrahlung weiterhin die Umgebung.

Hier setzt die Nachtauskühlung an: Im besten Fall heizt sich das Gebäude tagsüber auf und nutzt die nächtliche kühlere Außenluft zur Temperaturregulierung.

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Bürogebäude ohne Nachtauskühlung (15 Uhr)

Die maximale Temperatur ohne Nachtauskühlung betrug in den exponiertesten oberen Büros am 5. Mai bereits 31,07 °C.

 

Mit Nachtauskühlung (15 Uhr):

Bürogebäude_mit_Nachtauskühlung_15_Uhr.png 

Mit Nachtauskühlung hingegen werden in den besonders aufgeheizten bzw. im gesamten Bürogebäude maximale Temperaturen von 27,64 °C erzielt. Das bedeutet einen Unterschied von 3,34 °C – unter internen und externen Aufheizbedingungen.

Die Effizienz der Nachauskühlung zeigt sich in den Simulationen um 5 Uhr morgens:

 Bürogebäude ohne Nachtauskühlung (5 Uhr)

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Mit Nachtauskühlung (5 Uhr)

Bürogebäude_mit_Nachtauskühlung_5_Uhr.png 

In Teilen der besonders hitzebetroffenen oberen Etagen fallen die Temperaturen mit Nachtauskühlung sogar unter 20 °C, was einen Unterschied von 8 °C ausmacht.

  

Der 24 Stunden Verlauf verdeutlicht die unterschiedlichen Temperaturkurven:

Temperaturverlauf_24_Stunden.png 

Simulierter Jahresverlauf:

Temperaturverlauf_365_Tage.png 

Elektrisch öffenbare Fenster können helfen

Eine Methode der Nachtauskühlung sind beispielsweise elektrisch öffenbare Fenster. Die kältere Temperatur wird nun im Baumaterial des Gebäudes gespeichert und kann tagsüber wieder abgegeben werden. Das Aufheizen wird also verlangsamt.
Liegt ein Gebäude oder die nachts zu kühlenden Räume relativ tief, gelangt die kalte Luft nicht bis in den gesamten Raum.

Rohrleitungen mit Ventilation

Die Idee von PlanTeam Schwarz war es hier, durch Ventilaton entgegenzusteuern. Rohrventilatoren können beispielsweise genutzt werden, um die kühlere Außenluft in den Raum zu befördern. Hierdurch werden auch entlegenere Raumteile erreicht und gekühlt.
GreenSpleen hat zudem über thermische Simulationen die Unterschiede zwischen Gebäudeteilen, die mit und ohne eine Nachtauskühlung versehen sind, untersucht. Schon in der Simulation sind große positive Auswirkungen auf die Raumtemperatur über den Tag hinweg zu verzeichnen und belegen so das Ergebnis des Feldversuchs. Simuliert wurde ebenfalls die Verschattung der Nachbargebäude sowie die Ausrichtung des Gebäudes. Als Simulationssoftware wurde TAS (Thermal Analysis Simulation) verwendet.

Zusammenfassung:

Verbessert werden kann dieser Effekt durch:
- einen wenig versiegelten Außenbereich und viel Begrünung. Dieser speichert weniger thermische Energie und wirkt sich zudem auf den O2-Gehalt der einströmenden Luft aus.
- Verschattung der Fenster tagsüber
- Materialität der Gebäudehülle und der Innenwände
- Offene Raumgestaltung

Voraussetzung zur Nachtauskühlung:
- Elektrisch öffenbare Fenster
- Wetterstation zur Vermeidung von Regeneinfall oder Schäden durch Wind

Ist geeignet für:
- Neubau
- Bestand

Einsatz in:
- Büro
- Gewerbe
- Schule
- Verwaltung
- Wohnen

Vorteile:
- Geringe Betriebskosten
- Wenig technischer Aufwand
- Geringe Investitionskosten
- Kleiner CO2-Fußabdruck
- Behaglich, da tagsüber keine technischen Anlagen laufen und tagsüber keine Zugluft
- Großer thermischer Nutzen

 
www.innovision.berlin

 

Hinweis: Die Meldung wurde von dem genannten Unternehmen verfasst. Das energie:bau Magazin übernimmt für die Richtigkeit und Aktualität der Inhalte keine Haftung.

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