Das vivihaus ist ein holzgewordenes Gedankenexperiment. Wie sollen wir in Zukunft bauen? Wie wollen wir wohnen? Was sind die Bestimmungsstücke nachhaltigen Lebens? 

Das vivihouse in Wien
Das vivihouse in Wien – Holz soll in die Stadt zurückkehren. Foto: vivihouse

Die TU Wien hat mit vielen Partnern ein Modellhaus entwickelt, das mittlerweile im 2. Prototyp zu bewundern ist und bei IBA und weiteren Events gezeigt werden soll. Federführend beteiligt an diesem Gebäudekonzept waren und sind Prof. Karin Stieldorf, Paul Adrian Schulz und Nikolas Kichler. 

Das Vivihouse ist Kandidat für die Internationale Bauausstellung (IBA) und wird auf der IBA-Website so beschrieben:

Modulare Holzskellett-Bauweise
Das vivihouse ist ein innovatives Bausystem zur Errichtung mehrgeschossiger Gebäude für gemischte Nutzungen. Es basiert auf einer modularen Holzskelettbauweise, die speziell für den Einsatz ökologischer Rohstoffe optimiert ist: Strohballen als Dämmstoff, Holzrahmen oder Kalk- und Lehmputze. Das vivihouse steht für gesundes Wohnen und Arbeiten, geringen Energieverbrauch, Kosteneffizienz und ökologische Nachhaltigkeit.

Langlebig und anpassungsfähig.
Das vivihouse kann an unterschiedliche Grundstücke, Nutzungen, Geschosszahlen und Geschmäcker angepasst und wieder demontiert, transportiert und an anderer Stelle zusammengesetzt werden. Das vivihouse ist nachhaltig, ressourcenschonend und flexibel. Das Baukastensystem bietet zudem ideale Schnittstellen für die Kreislaufwirtschaft.

vivihouse heißt mitmachen.
Jeder und jede kann vivihouse-Bauelemente selbst bauen: je nach Bedarf und Fähigkeiten eignet sich das vivihouse für betreute Bauworkshops mit Laien, für die klassische Zimmerei oder die computergestützte Fertigung. Eine Kooperationsplattform wird Planer*innen ermöglichen, das Bausystem schrittweise weiterzuentwickeln. Mit dem vivihouse lässt sich die eigene Lebensumgebung mitgestalten, etwas gemeinsam mit anderen tun und Do it yourself, traditionelles Handwerk, digitale Produktion verbinden.

vivihouse grafik

Das vivihouse besteht aus Modulen und sehr viel gescheiten Einfällen. Grafik: vivihouse

Der erste vivihouse-Baustein.
Im niederösterreichischen Pernitz wurde das Bausystem Ende 2018 erstmals angewandt. Dort wurden die Bauelemente vom vivihouse-Team und dem "asbn" (Österreichisches Netzwerk für Strohballenbau) mit Architektur-Studierenden der TU Wien in einem Bauworkshop vorgefertigt und mithilfe der ansässigen Zimmerei Berger aufgestellt.

Vom ersten Baustein zum 3-geschossigen Prototyp.
Im Sommer 2020 wurde der vivihouse-Prototyp in Wien als dreigeschossiger Pavillon aufgestellt und erstmals einer breiten Öffentlichkeit präsentiert. Dadurch können viele Menschen die Qualitäten ökologischer Materialien und deren Eignung für die Stadt unmittelbar erleben und unterschiedliche Zielgruppen angesprochen werden.

Vom Prototyp zum ersten Sechsgeschosser.
Als nächsten Schritt will das Team ein fünf- bis sechsgeschossiges vivihouse realisieren. Hierfür ist es auf der Suche nach sowohl Nutzer*innen, die nachhaltige Lebensstile im urbanen Kontext realisieren wollen, als auch Expert*innen ökologischer Ansätze, die das System ergänzen und erweitern wollen. Auch beim nächsten Projekt wird die Teilnahme an Bauworkshops möglich sein!

Besonderheiten

  • Baukastensystem in modularer Holzskelettbauweise, optimiert für den Einsatz nachwachsender Rohstoffe in der Mehrgeschossigkeit
  • geringer Energieverbrauch, Kosteneffizienz und ökologische Nachhaltigkeit
  • hohe Flexibilität und Anpassungsfähigkeit
  • neuer Maßstab in der Kreislaufwirtschaft
  • Möglichkeit zum Selbstbau

IBA-Folder vivihouse

TU-Lehrgang Nachhaltiges Bauen

(hst)

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