Das Salzburger Energie-Viertel „Sonnengarten Limberg“ punktet mit einem ausgeklügelten Energie-Konzept: Neben der Photovoltaik dreht sich alles um eine zentrale Pelletsanlage und Wärmerückgewinnung mit Rauchgaskondensation und Abluftwärmepumpe.

Serie: Sonnengarten Limberg: Ein Vorzeige-Quartier entsteht

In Salzburg entsteht ein CO2-neutrales Quartier mit zentralem Pelletsofen, PV und Elektromobilität.


Angenehmes Raumklima, Fußbodenheizung als Standard. Foto: Hillebrand

Für die verschiedenen Bauteile der Wohnhausanlage „Sonnengarten Limberg“ wurde ein nachhaltiges, wirtschaftliches und komfortables Energieversorgungskonzept gesucht. Die Ausschreibung konnte die ENGIE Group für sich entscheiden, ein global tätiger Energiekonzern mit Hauptsitz in Paris und 1.000 Mitarbbeiter*innen in Österreich. Man entschied sich für eine energieeffiziente „alles aus einer Hand“-Lösung, bei der alle Wohneinheiten, Büros sowie der Kindergarten und die Nahversorgung mit regionaler Biomasse beheizt werden.

Das aufeinander abgestimmte Wärmeerzeugungs- und Verteilsystem verwendet auch die Abwärme, die bei der Kühlung der Büros sowie bei der Belüftung von 22 Wohneinheiten entsteht. ENGIE investiert in dieses Projekt und übernimmt die Gesamtverantwortung für die Planung, Errichtung und den Betrieb der Versorgungsanlage mit Raumwärme, Raumkühlung sowie Warmwasser.

350 kW-Pelletsanlage
Das Kernstück des Systems ist eine Pellets Anlage mit einer Leistung von 350 kW und mit einer Abgasrückgewinnung von 22 kW. Dadurch wird zusätzlich Energie von 63 MWh/Jahr gewonnen, dies entspricht dem Wärmeenergie-Bedarf von 10 Wohnungen. Die Anlage liefert ganzjährig eine Vorlauftemperatur von 55°C und eine Rücklauftemperatur von 28-35°C zur Versorgung der Wohnungen mit Wärme und Warmwasser und ist dadurch besonders energieeffizient. Die Abgastemperatur des Pellets Heizkessels von rund 160°C wird durch die niedrige Rücklauftemperatur auf rund 45°C abgekühlt.

Rauchgas-Abkühlung wird genutzt
Hier nutzt man die Energie aus der Abkühlung der Rauchgase sowie die gewonnene Kondensationsenergie und reduziert damit auch die Staub-Emissionen. Diese Abwärme wird in den 18m³ großen Pufferspeicher eingespeist und damit für die weitere Erwärmung des Heizsystems vorgewärmt. Das bedeutet eine Effizienzsteigerung von rund 5%.

Contracting-Modell kommt zum Zug
Mit diesem Wärme- und Kältelieferkonzept übernimmt ENGIE die Wartung und Instandhaltung der Kälte- und Wärmeerzeugungsanlage, und gewährleistet eine vertraglich garantierte Verfügbarkeit der Versorgung mit einer 24/7-Hotline. ENGIE hat in die Anlage investiert und verrechnet die benötigte Kälte und Wärme zu einem vereinbarten Preis direkt mit den Bewohnern. Somit ist die Wärme- und Kälteversorgung nicht nur energieeffizient, sondern auch wettbewerbsfähig im Vergleich zu konventionellen Heiz- und Kühlsystemen, sagt der Netreiber.

Fußbodenheizung dominiert
Es gibt nur ein zentrales Wärmeverteilsystem mit einer Pumpenzentrale in einem eigens errichteten Heizgebäude. Die 190 Wohneinheiten werden ohne Systemtrennung mittels Fußbodentemperierung gewärmt. Jeder Raum ist mit einer thermischen Einzelraumregelungsanlage ausgestattet, woraus sich ein hoher Nutzungskomfort ergibt. Das Warmwasser wird in den einzelnen Wohnraumstationen mittels Plattenwärmetauscher im hygienischen Durchflussverfahren auf 45-48°C aufgeheizt. Zusätzliche Technikräume in den Häusern sind daher überflüssig, dies reduziert auch die Baukosten.
Die Pelltes-Anlage übernimmt bis zu 92 % des Wärmebedarfs. Für die Bedarfsspitzen steht ein effizienter Gasbrennwertkessel mit einer Leistung von 400 kW bereit. Somit ist die Wärmeversorgung sicher und nachhaltig abgedeckt.

„Nur Pellets aus der Umgebung“
„Es werden ausschließlich österreichische Pellets aus der Umgebung verwendet“, heißt es in einem Statement der Fa. ENGIE gegenüber „energie-bau.at“.  Durch die kurzen Transportwege würden Kosten und CO2 eingespart. Die Umweltbelastung sei somit maximal reduziert und die lokale Wirtschaft werde unterstützt. Aufgrund des Betriebs mit über 85% Biomasse, erhielt das Projekt die Kommunalkredit-Förderung der „Nahwärmeversorgung auf Basis erneuerbarer Energieträger“. Das ermöglicht sehr wettbewerbsfähige Energiepreise.

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(hst)

 

Kommentare  

#1 Franz Waxmann 2020-05-01 13:42
Und warum keine Lüftung mit Wärmerückgewinn ung? Erstens eine Frage der Gesundheit, und zweitens ist man schon wieder auf "Erzeugung" von Wärme durch Verbrennung fixiert. Was genau ist jetzt das Innovative am Vebrennen von Pellets, wenn die Wärme beim Fenster rausgelüftet wird?

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