Auf dem Campus der TU München in Garching werden drei identische Studierendenwohnhäuser aus unterschiedlichen Materialien gebaut, um einen Null-Energie-Standard zu erreichen.

Der „ökologische Fußabdruck“ der drei Konstruktionsbeispiele soll über den gesamten Lebenszyklus nachgewiesen werden. Foto: Florian Nagler Architekten

Jedes der drei Häuser soll 195 Wohnplätze bei gleicher Geometrie und Größe bieten. Lediglich die Baustoffe unterscheiden sich: Ein Gebäude wird aus Leichtbeton ohne Stahl, eines aus dem nachwachsenden Baustoff Massivholz und eines aus hochwärmedämmendem Mauerwerk bestehen. Errichtet werden die Gebäude nach den Prinzipien des „Einfachen Bauens“ - der gleichnamige Forschungsverbund an der TU München mit Forschungsprojekten an mehreren Lehrstühlen möchte einen Gegenimpuls zur immer weiter steigenden Komplexität moderner Bauten setzen und dabei möglichst ressourcenschonend bauen.

Die drei Konstruktionsvarianten werden mit dem Anspruch an einen Null-Energie-Standard umgesetzt und ausgewertet. Hierzu müssten beispielsweise Themen der industriellen Vorfertigung, der ökologischen und ökonomischen Bilanzierung sowie des Nutzerverhaltens weiterentwickelt werden, so die Deutsche Bundesstiftung Umwelt, die das Projekt mit 520.000 Euro unterstützt, in einer Aussendung. Gleichzeitig soll durch das Minimieren von Wartung, Instandhaltung und Betriebsenergie der Betrieb optimiert werden. Dazu werden Haustechnik und Baukonstruktion getrennt, außerdem soll die Möglichkeiten der industriellen Vorfertigung von Badzellen untersucht werden.

Die Systeme für das Verteilen von Wärme, Stark- und Schwachstrom sowie Warmwasser würden getrennt, um notwendige Sanierungsmaßnahmen fortlaufend optimieren zu können, heißt es weiter. Geplant sei auch, den Null-Energie-Standard durch eine Verringerung der technischen Komplexität und eine einfache Gebäudehülle zu erreichen und den Energiebedarf zu simulieren und zu vergleichen.

Über mehrere Jahre hinweg sollen nach Fertigstellung der Studierendenwohnhäuser alle Arten von systematischen Erfassungen vorgenommen werden, zum Beispiel die Auswirkung der unterschiedlichen Baustoffe auf die Energiekosten und die Auswirkungen des Nutzerverhaltens auf den Energieverbrauch. Ziel ist es, die Komplexität im Bauwesen und damit auch die Baukosten zu reduzieren, nachhaltige Konstruktionen zu entwickeln und robuste Haustechnikkonzepte umzusetzen. Im Rahmen von Folge-Forschungsprojekten sollen weitere wissenschaftliche Untersuchungen und Langzeitmessungen an den drei Häusern stattfinden. (cst)

Deutsche Bundesstiftung Umwelt 

TU München 

Studentenwerk München 

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