Laut Daten von Branchenradar stiegen die Verkäufe von Wärmedämmverbundsystemen auch letztes Jahr weiter. 

Ein Altbau, zur Hälfte ausgestattet mit einem Wärmedämmverbundsystem. Foto: Wikimedia

Der Verkauf von Wärmedämmverbundsystemen (WDVS) in Österreich ist letztes Jahr wieder angestiegen. Das hat eine aktuelle Studie von Branchenradar ermittelt. Laut den Daten in der Studie haben sich die Erlöse der Herstellenden im Vergleich zu 2017 um 3,8 % auf insgesamt 175,8 Mio. € erhöht. 

 

Wärmedämmverbundsystem

WDVS gehören mittlerweile zu den gängigsten Methoden zur Dämmung von Gebäuden. Entwickelt wurden sie in den 1960ern und bestehen dabei aus aufeinander abgestimmten Baustoffen. Ihr Kernstück – der Dämmstoff – bestimmt die grundlegenden Eigenschaften des Systems. Alle WDVS bestehen aus folgenden vier Komponenten: Einer Befestigung an der Tragewand, der Wärmedämmung, der Armierungsschicht und dem Außenputz. 

Solche Wärmedammverbundsysteme erhöhen die Energieeffizienz von Gebäuden und verringern die Heizkosten. Dadurch leisten sie „einen Beitrag für energiebewusstes, nachhaltiges Bauen und Wohnen“, wie Qualitätsgruppe Wärmedämmsysteme bemerkt.  

Neubau und Sanierung

Diese Vorzüge sind es wahrscheinlich auch, die das Wachstum von WDVS vorantreiben. Das gilt vor allem für Neubauten, die quasi allein für den Anstieg verantwortlich sind. Hier gilt – so scheint es – die Devise: Wenn ich schon baue, dann gleich richtig und nachhaltig. 

Anders schaut der Absatz von WDVS bei Sanierungen aus. Das Geschäft entwickelte sich laut Branchenradar hier seitwärts. Ein Mitgrund dafür kann sein, dass aufwendige thermische Sanierungen von Gebäuden sich für die Sanierenden oft einfach nicht rechnen. Die Kosten für die Erneuerung überschreiten die ersparten Heizkosten teilweise. 

Nachhaltigkeit und Zertifizierungen

Ein weiterer Kritikpunkt für Wärmedämmverbundsysteme ist, dass dabei teils potentiell gesundheitsschädliche bzw. brandgefährliche Materialien zum Einsatz kommen. Gerade dieser Kritikpunkt könnte in Zukunft aber entkräftet werden, wenn man sich die aktuellen Absatzzahlen besieht. Einer der größten Wachstumsfaktoren innerhalb der WDVS sind nämlich jene mit ökologischen Materialien. 

Der Absatz von Systemen mit Mineralwolldämmung stieg um knapp 3 %. Dämmungen aus nachwachsenden Rohstoffen wuchsen sogar um 13 %. Der Marktanteil der „Ökofassaden“ lag damit bereits bei knapp 26 %, obwohl sie im Vergleich zu konventionellen WDVS bis zu 70 % teurer ausfallen. Zu den Dämmmstoffen aus nachwachsenden Rohstoffen gehören übrigens Holzfaserdämmplatten, Pappe, Schilf, Jute und weitere. 

Ebenso angewachsen sind auch die nicht zertifizierten Wärmedämmverbundsysteme. Bei ihnen sind die vier Komponenten nicht aufeinander abgestimmt. Das senkt zwar die Kosten bei der Errichtung, erhöhe aber auch die Wahrscheinlichkeit von Qualitätsmängeln. Sie kommen hauptsächlich bei Eigenheimen zum Einsatz und haben einen Marktanteil von 27 %. (flb)

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