Die Menschen lernen, ihre Stromkosten zu kennen. Das ist in Zeiten der forcierten Elektrifizierung des Lebens auch notwendig (früher einmal kam der Strom aus der Steckdose und damit basta).
Eine nicht unerhebliche FORUMs-Frage auf dem österreichischen Onlinemedium Der Stardard entpuppte sich zu einer interessanten Umfrage: „Was sind die tatsächlichen Stromkosten pro kWh?“
In dem Forum auf derstandard.at mit immerhin 860 Antworten (die allerdings nicht alle auf die konkrete Frage eingingen) zeichnet sich ein sehr diverses Bild der tatsächlichen Stromkosten in Österreich ab. Die Diskussion der User:innen spiegelt die Komplexität aus Energiepreis, Netzentgelten und Steuern wider.
Hier ist eine Zusammenfassung der wichtigsten Erfahrungswerte und Diskussionspunkte der Community (wobei man diese Angaben nicht als harte Fakten einer wissenschaftlichen Studie betrachten sollte – aber als einen guten Anhaltspunkt):
Die große Preisspanne (Energiepreis vs. Gesamtkosten)
Viele User:innen berichten von einer starken Diskrepanz zwischen dem beworbenen „reinen Energiepreis“ und dem, was am Ende auf der Rechnung steht.
Erfahrungswerte: Die genannten Gesamtkosten (inkl. Netz und Steuern) schwanken massiv zwischen 18 Cent/kWh (bei sehr günstigen Floatern oder Altverträgen) und bis zu 45 Cent/kWh bei teuren Landesversorgern oder nach ausgelaufenen Preisgarantien.
Der „Fixkosten-Falle“-Effekt: User:innen mit geringem Verbrauch (z. B. Single-Haushalte) weisen darauf hin, dass ihre Kosten pro kWh durch die hohen fixen Grundgebühren (Netz- und Messpreispauschalen) unverhältnismäßig hoch ausfallen (oft über 40 Cent).
Floater-Tarife: Risiko vs. Chance
Ein zentrales Thema im Forum sind dynamische Tarife (Spotpreis-Tarife).
Positives Echo: Nutzer:innen, die ihren Verbrauch (z. B. durch E-Autos oder Wärmepumpen) steuern können, berichten von extrem günstigen Phasen (teils nahe 0 Cent Energiepreis am Wochenende oder nachts).
Kritik: Andere warnen vor der Volatilität und dem Aufwand. Wer „unsmart“ zu den Stoßzeiten am Abend kocht und wäscht, zahlt bei Floatern oft mehr als in einem Standardtarif.
Regionale Unterschiede bei den Netzentgelten
Ein großer Kritikpunkt in der Community ist die geografische „Ungerechtigkeit“.
User:innen aus Kärnten oder Oberösterreich berichten von deutlich höheren Netzkosten im Vergleich zu Wien oder Vorarlberg. Dies wird oft mit dem notwendigen Netzausbau für die Integration von PV-Anlagen in ländlichen Gebieten begründet. Zitat-Tenor: „Man spart beim Energiepreis 2 Cent, zahlt aber im nächsten Jahr 4 Cent mehr beim Netz.“
Frust über die Komplexität der Abrechnung
Viele Forenteilnehmer:innen zeigen sich überfordert von der Darstellung der Rechnungen.
Es wird kritisiert, dass ein einfacher Preisvergleich kaum möglich ist, da Rabatte oft nur im ersten Jahr gelten und die Strompreisbremse (bzw. deren Auslaufen) die tatsächlichen Kosten verschleiert.
Tipp aus der Community: Viele erfahrene User:innen raten dringend zum jährlichen Wechsel und zur Nutzung des E-Control Tarifkalkulators, warnen aber gleichzeitig davor, „Boni“ in die langfristige Kalkulation einzurechnen.
PV-Eigenverbrauch als „Rettungsanker“
Haustierbesitzer (und damit auch deine Zielgruppe bei Energiebau) betonen, dass die Rechnung nur durch einen hohen Eigenverbrauchanteil bei der PV-Anlage sinkt.
Erfahrung: Wer nur einspeist, ist frustriert über die geringen Abnahmepreise (oft nur 3-7 Cent), während der Bezug weiterhin teuer bleibt.
Schon 65 % liegen jenseits der 30-Cent-Marke
Basierend auf der aktuellen Diskussion im Standard-Forum lässt sich ein klares Bild der Kostenverteilung zeichnen. Da die User:innen dort sehr detailliert über ihre Gesamtkosten (Energie + Netz + Steuern + Abgaben) berichten, lassen sich folgende Tendenzen für die Preisbereiche ableiten:
Der 30-Cent-Bereich (Die neue Realität): Die Mehrheit der User (~65 %) liegt mittlerweile jenseits der 30 Cent. In den Kommentaren wird deutlich, dass dies oft als der „neue Normalzustand“ wahrgenommen wird. Viele Nutzer:innen rechnen vor, dass selbst bei einem moderaten Energiepreis von 15 bis 18 Cent die Netzkosten und Abgaben den Endpreis fast immer über die 30-Cent-Marke heben.
Der 40-Cent-Bereich (Die „Härtefälle“): Etwa jede fünfte Antwort (~20 %) nennt Preise jenseits der 40 Cent. Hier kristallisieren sich zwei Hauptgruppen heraus: Single-Haushalte: Durch die Grundgebühr (Messpreis, Leistungspauschale), die sich auf wenige Kilowattstunden verteilt, schnellt der Mischpreis massiv in die Höhe.
Trägheitstarife: User:innen, die seit Jahren nicht gewechselt haben und bei regionalen Versorgern in Tarifen stecken, die die Preisrückgänge an den Börsen nicht weitergegeben haben. „Wer heute noch über 40 Cent zahlt, wird im Forum oft als 'Spender für den Landesfürsten' verspottet – der Druck zum Wechseln ist in der Community enorm hoch.“ — Zusammenfassendes Stimmungsbild aus dem Standard-Forum
„Am Ende zählt nicht der Preis auf dem Flyer, sondern die Summe unter der Jahresabrechnung geteilt durch die kWh. Da erleben gerade viele ihr blaues Wunder.“ — Sinngemäßes Nutzer-Fazit aus dem Forum
Quelle: Nutzerdiskussion zum Artikel „Was sind die tatsächlichen Stromkosten pro kWh“, derstandard.at (2025/2026).
Auswertung durch energie-bau.com mittels KI.
(hst)



