Steigende Strompreise und fallende Batterie-Kosten regen zu neuen Überlegungen an.

Am Markt spielt Musik: Durch die weltweite Nachfrage nach Stromspeichern fallen die Preise spürbar. 

Zwar unterscheiden sich Grafiken, Tabellen und Einschätzungen einzelner Experten in den konkreten Zahlen – Steuern, Datenlage und Ausstattungen werden durchwegs unterschiedlich eingerechnet. Die Richtung aber ist eindeutig: Es geht bergab.

Schön für die Kundschaft. Die Frage ist nun: Braucht man überhaupt noch eine PV-Anlage, nützt nicht für die Versorgung von Haushalt und Industrie ein sehr großer Stromspeicher? 

Die Antwort heißt: Nein. Noch. Aber das könnte sich ändern. In Europa, in Deutschland, in Österreich müssen die Stromnetze erneuert, verbessert, ergänzt werden. Das kostet sehr viel Geld. Die Netzkosten schlagen sich extrem auf den Geldbeutel der Kunden und Kundinnen nieder.

Amortisationszeiten verringern sich stetig

Lies sich vor wenigen Jahren noch eine Amortisationszeit von vielleicht 12 Jahren errechnen, so verkürzt sich das mit dem Steigen der Preise. Jede nicht bezahlte Kilowattstunde macht sich, von Monat zu Monat, mehr bezahlt.

Dazu kommt, dass das Energie-Management nun immer leichter möglich ist: Die Smart-Meter zeigen alle paar Sekunden den Echtstand des aktuellen Verbrauches an – das Gegensteuern kann nun fast in Echtzeit erfolgen. 

Und das ist auch notwendig. Denn die Abrechnungs-Systeme werden in den nächsten Monaten umgestellt. Wer in einer gemessenen Zeit (meistens eine Viertelstunde) viel Leistung vom Netz bezieht, der wird stark zur Kasse gebeten.

Längst haben die Netzkosten in vielen Haushalten, Landwirtschaften oder Gewerbebetrieben die Energiekosten überholt. 50 Cent und mehr pro Kilowattstunde sind nun schnell erreicht. Das verändert naturgemäß die Amortisationsrechnung – die jede/r Verbraucher/in selbst machen muss. 

Ein praxisnahes Beispiel (entnommen dem deutschen Expertenratgeber gruenes.haus):
(mit einer sehr kleinen PV-Anlage, Stand 2025 für Deutschland):

Für ein durchschnittliches Einfamilienhaus mit einem Stromverbrauch von 5.000 kWh pro Jahr lohnt sich eine Photovoltaikanlage mit 6 kWp Leistung. Etwa 30% des erzeugten Solarstroms werden direkt im Haushalt verbraucht, die restlichen 70% fließen ins öffentliche Netz. Für jede eingespeiste Kilowattstunde erhalten Sie eine Vergütung von 7,86 Cent (Stand Dezember 2025), sofern der Strompreis nicht gerade im negativen Bereich liegt.

Der aktuelle Strompreis liegt bei 0,23 € pro kWh und ist in den letzten 20 Jahren durchschnittlich um etwa 5% pro Jahr gestiegen. Setzt sich dieser Trend fort, wird der Strompreis im Jahr 2044 bei etwa 0,61 € pro kWh liegen.

Anmerkung: in D und Ö sind diese Werte teilweise bereits heute wesentlich höher geworden – je nach Nutzerprofil.

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Zusammenstellung einer beispielhaften Amortisationsrechnung für eine kleine PV-Anlage. Quelle: „Grünes Haus“.

Bei Anschaffungskosten von 1.090 € pro kWp kostet eine 6 kWp PV-Anlage etwa 6.540 €. Über eine Laufzeit von 20 Jahren können auf diese Weise Stromkosten von über 8.000 € eingespart werden. Selbst wenn die Anlage 1.800 € pro kWp kosten würde, ergäbe das immer noch Einsparungen von über 4.100 € in 20 Jahren.

Mit einer Lebensdauer von 30 bis 40 Jahren sparen Sie mit einer Photovoltaikanlage langfristig mehrere tausend Euro. Das liegt primär an den niedrigen Stromgestehungskosten von Photovoltaik, wodurch sich die Kosten für eine PV-Anlage Kosten für eine PV-Anlage nach 7 bis 9 Jahren rentieren.

Doch das ist eben noch mit Strompreisen berechnet, wie wir sie kennen. 

Größere Ersparnis mit Speicher

Die (PV-wirtschaftsnahe) Ratgeberseite grünes Haus hat auch die Amortisationsrechnung für Speicher zusammengestellt:

Ergebnis: 

Wir haben für die PV-Anlage ohne Speicher geringere Betriebskosten (4.000 €) angesetzt als für die Anlage mit Speicher, da weniger Komponenten gewartet werden müssen. Der Gewinn mit einem Stromspeicher ist demnach 1.384 € größer als bei einer Anlage ohne Speicher. Unter Berücksichtigung steigender Strompreise fällt der Vorteil des Speichers sogar noch deutlich höher aus.

Hier sind die einzelnen >> Rechnungsschritte dazu aufgeführt.

Fazit: es bleibt und wird spannend. Jeder und jede muss wohl selbst seinen/ihren Weg im Energie-Dschungel finden.

 

 

 

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