Forschende der deutschen TH Köln haben eine Lösung für kommunizierende Ladestationen entwickelt, um eine mögliche Überlastung der Verteilnetze zu verhindern.

Die Lösung der TH Köln setzt auf eine Ladeinfrastruktur, die sich nach der Installation selbstständig verwaltet, ohne dass eine zentrale Instanz die Kontrolle übernimmt. Foto: Unsplash

Wenn sich viele Haushalte in einem Wohnviertel ein Elektroauto anschaffen, kann das Laden der Fahrzeuge zu Herausforderungen für die Stabilität des Stromnetzes führen. Die von der TH Köln entwickelte Lösung basiert auf dem Schwarm-Prinzip: Die entwickelte Anwendung sammelt Messdaten von bereits in den Gebäuden vorhandenen Ladestationen und kann auf dieser Basis den aktuellen Netzzustand bestimmen. Dies sei eine wesentliche Voraussetzung, um Ladevorgänge so zu steuern, dass die Verteilnetze nicht überlastet und die erlaubten Spannungsbänder nicht unter- und überschritten werden, heißt es.

Um die Lösung zu erproben, entwarf das Projektteam im Labor ein Verteilnetz mit mehreren hundert Metern Kabeln sowie sechs simulierten Haushalten, die mittels elektrotechnischen Komponenten wie Wechselrichtern, Batterien sowie Mess- und Steuereinheiten nachgebildet wurden. Die Steuerung des Systems übernahm ein Algorithmus, der basierend auf dem von ihm bestimmten Netzzustand freie Netzkapazitäten auf zu ladende E-Autos verteilt. In einem Folgeprojekt soll nun die im Labor erprobte Anwendung um ein Energiemanagementsystem erweitert werden, um weitere steuerbare Stromverbraucher wie beispielsweise Wärmepumpen einbeziehen zu können. Darüber hinaus ist ein Realtest mit einem Netzbetreiber geplant. (cst)

TH Köln 

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