Bis 2030 sollen nach Angaben des Weltnuklearverbandes (WNA) 450 Atomkraftwerke neu gebaut werden. Vor allem Frankreich möchte sich seinen Anteil an dem 100-Milliarden-Euro-Markt sichern und setzt auf den Export der Technologie in Schwellenländer.


Auf einer zweitägigen Konferenz zum Thema Atomenergie warb der französische Staatschef Nicholas Sarkozy kürzlich sogar selbst für die heimische Technologie. Unter seinen Zuhörern befanden sich dabei Vertreter selbst einst geächtete Länder wie Syrien und Libyen. „Frankreich will mit allen Ländern kooperieren, die zivile Nukleartechnik wollen“, sagte Sarkozy. Er sei überzeugt, dass die Weitergabe von Atomtechnik einer besseren Verteilung der Reichtümer diene. Daher sollen sich auch Entwicklungsbanken wie die Weltbank oder die europäische EBWE an der Finanzierung von AKW beteiligen: „Es ist ein Skandal, dass internationale Organisationen kein Geld für solche Projekte bereitstellen.“

Hintergrund der Veranstaltung dürfte aber auch gewesen sein, dass das Geschäft mit der Nukleartechnologie derzeit boomt. Laut Frankfurter Allgemeiner Zeitung schätzt die Pariser Beratungsgesellschaft Xerfi, dass die Umsätze in der Nuklearindustrie trotz schwacher Wirtschaftslage und Konkurrenz durch alternative Energieformen 2009 um sechs Prozent gestiegen sind. 2010 sollen sie um weitere vier Prozent wachsen.

Laut der Internationalen Atomenergiebehörde IAEO, die die 450 neuen AKW bis 2030 weder bestätigt noch dementiert will, sind derzeit 56 Atomkraftwerke in Bau. Mehr als 60 Länder prüfen eine erstmalige Einführung der Technologie.
In Europa wird derzeit ein Atomkraftwerk in Finnland gebaut; Rumänien und Bulgarien planen jeweils zwei Kraftwerke. Die Slowakei will das AKW Mochovce ausbauen und Großbritannien will bis 2023 zehn neue Kernkraftwerke errichten.

Quelle & Hintergrund: NZZ Online & WNA

Foto: Bassaar

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