Die TU Wien hat eine Methode entwickelt, die ein umweltfreundliches und wirtschaftliches Energiespeichern möglich macht.
Die Energie aus Ökostrom wird in Gas gespeichert. Foto: © Martin Miltner, TU Wien
Der neue Ansatz für die Speicherung von Alternativenergie koppelt Kleinkraftwerke mit Biogasanlagen. Überschüssige elektrische Energie in Zeiten von Produkionsspitzen wird dazu genutzt, sauberes Methan aus Bioabfällen zu erzeugen. Auf diese Weise lässt sich Energie CO2-neutral mit hohem Wirkungsgrad speichern und in das bereits bestehende Erdgasnetz einspeisen.

Das Herzstück der Anlage ist die Gas-Filtertechnologie, die an der TU Wien entwickelt wurde. „Wir verwenden spezielle Membranen, um aus dem Biogas das wertvolle Methan herauszufiltern“, erklärt Michael Harasek. Eine Weiterentwicklung mache es nun auch möglich, den zweiten Hauptbestandteil von Biogas, das Kohlendioxid, zu verwenden. „Ökostrom wird genutzt, um Wasser in Sauerstoff und Wasserstoff aufzuspalten. Den dabei gewonnenen Wasserstoff setzen wir mit dem aus dem Biogas abgeschiedenen Kohlendioxid um und gewinnen dabei nochmals Methan. Durch diese Methanisierung von CO2 kann die Methanausbeute aus Biogas verdoppelt werden!“

Eine Biogasanlage liefert rund um die Uhr gleichmäßig Methan und CO2. Die elektrische Energie, die aus Photovoltaik, Windkraft oder anderen alternativen Stromquellen kommt, kann hingegen stark schwanken. „Das ist kein Problem, wir können das CO2 einfach zwischenspeichern und überschüssigen Strom in Spitzenzeiten zur Elektrolyse verwenden“, so Harasek. Letzten Endes wird die elektrische Energie in Form von Methan gespeichert, das problemlos in das bestehende Erdgasnetz eingespeist werden kann, ohne eine neue Infrastruktur dafür zu errichten. „Die Vision für die Zukunft ist, viele kleine dezentrale umweltfreundliche Kraftwerksanlagen zu haben, die auf CO2-neutrale Weise Strom und Erdgas liefern – und zwar angepasst an den aktuellen Bedarf.“

Das zum Patent angemeldete „Power to Gas Energiespeichersystem“ wird vom 13. bis 17. April auf der Hannover Messe 2015 erstmals vorgestellt.

TU Wien

Hannover Messe 2015

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